History

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  • Die Gitarre im Gypsy-Jazz


    665_8Um ein wenig mehr Klarheit in das manchmal etwas diffuse öffentliche Image des  Jazzmanouche, Gypsy-Jazz oder wie immer man die Jazz-Musik die von Sintis gespielt wird bezeichnen will zu bringen, veröffentlichen wir hier einige Auszüge aus einer interessanten Diplomarbeit von Ernst Wilhelm Holl aus dem Jahr 1999.

    Diese Diplomarbeit beleuchtet die Entwicklung des Jazzmanouche, die Rolle Django Reinhardt´s und der Gitarre sowie die damit zusammenhängenden geschichtlichen Entwicklungen in dieser Musik.

    Nicht alle Dinge die darin geschrieben stehen würde ich so unterschreiben wollen, aber in dieser doch recht umfangreichen und grösstenteils relativ gut recherchierten Diplomarbeit hat Ernst Wilhelm Holl einige wichtige und zutreffende Dinge zum Thema Jazzmanouche zusammen getragen die es wert sind einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.

    Insbesondere allerdings die permanente Verwendung der Worte "Zigeuner" und "Zigeuner-Jazz" stösst dabei auf meine Ablehnung. Das entspräche in etwa dem wenn man bei der Jazzmusik farbiger Saxophonisten von "Neger-Jazz" sprechen würde.
    Hier wurde meiner Meinung nach leider etwas zu unsensibel mit der Wortwahl umgegangen. Ansonsten sind jedoch wie gesagt einige interessante Aspekte dieser Musik hier heraus gearbeitet worden, weshalb wir diesen Text hier (mit Genehmigung des Autors) in Teilen veröffentlichen.
    Es sei darauf hingewiesen, daß alle im Text vorkommenden Zitate original samt orthographischer und grammatikalischer Fehler übernommen wurden.

    Doch nun zum eigentlichen Thema des Artikels, dem Gypsy-Jazz und den Auszügen der Diplomarbeit.

    Die Gitarre im Zigeuner-Jazz (von Ernst Wilhelm Holl)


    […]
    „Zigeuner-Jazz": der Begriff kam in den 1960er Jahren als Bezeichnung für eine Variante des Swing auf, die v.a. von deutschen Zigeunern gespielt wird. Der Zigeuner-Jazz lehnt sich eng an die Musik des großen französischen Zigeunergitarristen Django Reinhardt (*1910, +1953) an.“

    Dieses Zitat stellt eine der wenigen in der Literatur vertretenen Definitionen des Begriffes ‘Zigeuner-Jazz’ (oder ‘Gypsy Swing’, ‘Gypsy Jazz’, Sinti-Jazz’, ‘Sinti-Swing’, ‘Jazz Manouche’) dar. Diese kurze Text läßt jedoch viele Fragen offen. 10 Jordan Weiss jamming with Nello and Fapy LafertinIn wie weit kann man diese Stilistik hauptsächlich den deutschen Zigeunern zuordnen? Was ist mit ‘lehnt sich eng’ gemeint? Kann man Zigeuner-Jazz als eine Variante des Swing sehen?

    Dies ist nur eine kleine Auswahl von möglichen Fragen die der Text offenläßt. Es sind jedoch dadurch schon genug Gründe gegeben, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

    Mit dieser Arbeit soll versucht werden eine komplexe Darstellung des Idioms ‘Zigeuner-Jazz’ zu geben. Anhand von der geschichtlichen Entwicklung seit Django Reinhardt bis heute und einer gitarrenorientierten stilistischen Analyse sollen bestimmte Merkmale angeführt werden, die den sogenannten Zigeuner-Jazz definieren.

    Ebenso soll auch die Stellung der Person Django Reinhardts in dieser Stilistik untersucht werden, sowie die Entwicklung innerhalb der Zigeuner-Musik-Szene, die von ihm ausging. Es wird versucht abschließend eine genauere Definition dieser Stilistik zu geben. Die Frage nach der Stellung Django Reinhardts in der Jazz-Geschichte soll hier nicht diskutiert werden, jedoch auf verschiedene Verdienste seiner Arbeit hingewiesen werden.

    Diese Arbeit soll sich hauptsächlich mit dem heute als Zigeuner-Jazz definierten Komplex auseinandersetzen, um einen genaueren Einblick in diesen musikwissenschaftlich wenig analysierten Musik-Bereich zu geben. Es sei darauf hingewiesen, daß alle im Text vorkommenden Zitate original samt orthographischer und grammatikalischer Fehler übernommen wurden.[…]

    Die Musik der Zigeuner


    […]
    „Die Musik der Sinti, Manouches, Gitans und Roma Mittel- und Westeuropas“ zu Beginn des 20.Jahrhunderts setzte sich „aus ihrer Zigeunerfolklore“, bestehend aus „Liedern in Romani bzw. Romanes ihrer eigenen Sprache und (vorwiegend) instrumentaler Tanzmusik osteuropäischer Herkunft“, zusammen.
    „Bei den Liedern der Sinti handelt es sich um Spott, Trink- und Liebeslieder, Kinderreime, vereinzelt auch Todesklagen. Die Zigeunermusik osteuropäischer Herkunft besteht aus Liedern und der instrumentalen Fest- und Tanzmusik der auf dem Balkan, der Ukraine und in Rußland lebenden Roma.“ Ihre Hauptform ist der Csárdás. Daneben ist das Repertoire aus verschiedenen Quellen entlehnt: aus der Romantik, erfolgreiche Schlager- und Operettenmelodien (z.B. Strauß oder Léhar) und aus volkstümlicher Tanzmusik des 19.Jahrhunderts (Walzer, Polkas).

    02 Bertino and Jordan Weiss„Neben dem Aspekt, daß diese adaptierten Kompositionen wegen ihrer melodisch-sentimentalen Qualitäten einem musikästhetischen Ideal“ der eigenen „Musiktradition entsprachen und damit auch die Zigeunermusiker eine besondere Anziehungskraft ausübten, trafen sie beim ‘Ständeln’, dem Spielen in den Gasthäusern für die dort verweilenden Gadsche (Romanes-Bezeichnung für Nichtzigeuner (Gadje) aufgrund ihrer Popularität und des Wiedererkennungseffektes besonders sicher den Nerv der Zuhörer und deren Zahlungsbereitschaft, denn das ‘Ständeln’, war die eigentliche Erwerbstätigkeit der Zigeunermusiker, ihre Haupteinnahmequelle.
    Die französischen Manouches taten dergleichen auch mit der Adaption erfolgreicher Musette- und Chansontitel,...“3

    Ähnliches gilt auch für die aus Spanien und Südfrankreich nach Paris kommenden Gitanos, die aber durch einen größeren Bezug zum Flamenco, als ihre musikalische Wurzel, bestimmt waren, aber auch die Einflüsse der Musik ihrer neuen Heimat aufnahmen. Der Vortrag der Stücke der Zigeunermusiker war stets charakterisiertdurch eine sehr gefühlsbetonte Interpretation mit einer Neigung zu virtuoser Verzierung oder dem Wechsel zwischen Rubato-Vortrag, sowie lang ausgehaltenen Tönen und schnellen schwungvollen Passagen. Zusätzlich waren die Zigeunermusiker wegen ihres exzellenten Plektrumgitarrenspieles  als Begleitgruppen, aber auch in solistischer Funktion, aufgrund der schon erwähnten Interpretationskunst (stark verzierte, sowie variierte, Themenvorträge können schon als Vorstufe improvisatorischer Strukturen gedeutet werden), in der Pariser Chanson- und Musetteszene gefragt.[…]

    Les Bals Musettes


    […]
    Die popularmusikalische Hauptströmung im Paris der 20er Jahre bildeten die Bals Musettes, die man als Musik der Straße und der Tanzsäle deuten kann. Die Basis dieser Musik bildeten die berühmten Valse-Musette (Musette-Walzer), die im Repertoire durch Tangos, Paso-Dobles, Polkas, Foxtrotts, Javas, Charlestons und später auch durch Swingadaptionen ergänzt wurden. Das Akkordeon gilt als das Hauptinstrument dieser Musik, das mit Begleitgruppen ergänzt wurde, in denen die Gitarre eine große Rolle spielte.
    bals_musettes
    Zu den berühmtesten Gitarristen dieser Zeit gehörten neben Auguste Malha, genannt Gousti, die Brüder Ferret: Étienne Ferret (1912-1970), genannt ‘Sarane’, Jean Ferret (1918-1989), genannt ‘Matelot’ und Pierre Ferret (1908-1976), genannt ‘Baro’. Zu Beginn der 30er Jahre erspielten sie sich, zunächst als virtuose Banjo- oder Bandurria-, später als Gitarren-Spieler, einen Namen in der Pariser Musikszene und wurden so bald als Begleitmusiker zu Schallplattenaufnahmen mit verschiedenen Akkordeonisten herangezogen.

    Die berühmtesten der Brüder waren Sarane Ferret, der sich später auf die Musik des QdHCDF spezialisierte, und Matelot Ferret, der hauptsächlich die Tradition der Bals musettes vertrat. Matelot Ferret tritt auf vielen Schallplattenaufnahmen namhafter Akkordeonisten wie Gus Viseur, Tony Mureno oder Jo Privat in Erscheinung.
    Zusätzlich arbeitete er als Begleiter renommierter Chanson- und Schlagerinterpreten wie Jean Tranchant, Charles Trenet und Edith Piaf.
    Auch Django Reinhardt begann seine Karriere in den Bals musette als Begleit-Banjoist des Akkordeonisten Guérino (damals unter dem Namen ‘Jungo Renard’). Später wechselte er in verschiedene Bals-Musette-Formationen und machte zwischen Juli und Oktober 1924 seine ersten Plattenaufnahmen mit dem Akkordeonisten Jean Vaissade.[…]

    Jazz als neuer musikalischer Einfluß


    […]
    Nachdem die amerikanische Schallplattenindustrie 1932 ihren ersten großen Tiefstand erreichte (bis 1933 mußten die meisten Firmen bis auf die Victor, die Decca und die Columbia schließen), wurde mit Europa ein neuer Markt entdeckt. dixieland_jazzband
    Wichtige Jazzplatten wurden alsbald direkt für den europäischen, insbesondere den englischen Plattenmarkt produziert.
    Auch aufgrund der Rassenprobleme zog es viele amerikanische Jazzmusiker in das nicht so rassenfeindlich eingestellte Europa, wo sie von einem beifallsfreudigen Publikum empfangen wurden. „Für die europäischen Intellektuellen hatte der Jazz den Zauber einer exotischen, primitiven und darum erfrischend ursprünglichen Kunst.“

    Auch Duke Ellington gastierte 1933 in Europa, wie auch im Jahr zuvor Louis Armstrong. Andere Künstler, wie Coleman Hawkins, folgten ebenso diesem Beispiel. „Das große europäische Publikum hatte die amerikanischen Jazzgruppen und allgemein die farbigen Orchester stets gefeiert, angefangen mit den Hell Fighters, der von Jim Europe dirigierten Militärkapelle, die 1918 in verschiedenen französischen Städten Konzerte gab und Begeisterung und Erregung hervorrief, bis zu den Orchestern von Will Marion Cook, Noble Sissle und Sam Wooding, abgesehen von gewissen weißen Gruppen wie der Original Dixieland Jazz Band und den Mound City Blue Blowers.

    Begeistert hatte das Puplikum dann den Revuen Farbiger aus Amerika Beifall gespendet, wie der ‘Revue Nègre’ mit Josephine Baker, dem Claude Hopkins-Orchester und Sidney Bechet, die im Jahre 1925 im Théâtre des Champs Élysée debütierte,...“

    Mit dem Jazz, der sich auch über Schallplatten und den Rundfunk in Europa verbreitete, erschien auch die Musik des Gitarristen Enter Salvatore Massaro, genannt Eddie Lang (1892-1933), der ab 1926 im Duo mit dem Violinisten und Schulfreund Joe Venuti viele Aufnahmen machte und als erster die Gitarre als solistisches Instrument im Jazz etablierte.
    In diesen Duetten spielten sie Anfangs Mazurkas (3/4-Takt) und Polkas (2/4-Takt), die sie dann aus Spaß als 4/4-Takt-Stücke vortrugen. Es zeigten sich dabei schon die ersten Improvisationen: Joe Venuti begann mit einer Improvisationslinie und Eddie Lang spielte Variationen darüber.
    In seiner Karriere spielte Lang mit unzähligen Orchestern wie z.B. dem von Bix Beiderbecke, Paul Whiteman mit Bing Crosby, sowie auch auf unzähligen Studiosessions für verschiedene Sänger (z.B. Al Jolson) und für Bluessänger (z.B. Bessie Smith). Interessant sind die Aufnahmen in verschiedenen Gitarren-Duo-Konstellationen, wie mit Carl Kress und Dick McDonough, der in der damaligen Zeit mehr als jeder andere für die Entwicklung von Gitarren-Duo-Formationen tat.[…]

    Django Reinhardt und das QdHCDF


    […]
    Der am 23. Januar 1910 in Liverchies geborene Zigeuner Jean-Baptiste ‘Django’ Reinhardt verbrachte seine früheste Kindheit auf Wanderschaft. Mit seiner Mutter Laurence, genannt ‘Négros’, und seinem Bruder Joseph, genannt ‘Nin-Nin’ zog er durch Frankreich, Italien und Algerien, bis sich seine Familie 1918 im Wohnwagen am Stadtrand von Paris niederließ. Mit zwölf Jahren bekam er ein django reinhardt 12yearsGitarren-Banjo von einem Nachbarn geschenkt und begann sehr schnell, seine Fähigkeiten auf dem Instrument zu entfalten. Er spielte nun oft mit dem buckligen Gitarrenspieler Lagadière bis in den frühen Morgen in den Cafés. Ein Jahr später trat er gemeinsam mit dem Akkordeonisten Guérino in den Tanzsälen von Paris auf. Zwischen Juli und Oktober 1924 kam es zu den ersten Plattenaufnahmen unter dem Namen ‘Jiango Renard’ zusammen mit Jean Vissade (Akkordeon) für das Ideal-Etikett.
    Neben seiner Tätigkeit als Musiker nahm Django Reinhardt regelmäßig an ‘after-hours-sessions’ teil und spielte mit Vorliebe amerikanische Titel.

    Mit der Zeit wechselt er zur Gitarre, bis es am 2. November 1928 zu einem folgenschweren Unfall kommt: Er überlebt einen Brand in seinem Wohnwagen, erleidet jedoch schwerste Verbrennungen am ganzen Körper und insbesondere an der linken Hand. Nach achtzehn Monaten Rekonvaleszenz ist er wieder hinreichend genesen, jedoch bleibt eine Behinderung seiner Hand zurück: Die Sehnen seines kleinen und seines Ringfingers bleiben verkürzt und fast völlig gelähmt (siehe auch Django - the Guitar-Maestro).

    Trotz dieser Behinderung entwickelte Django Reinhardt eine Gitarrentechnik, die es ihm ermöglichte, nahezu ohne die verletzten Finger auszukommen. Zu dieser Zeit, 1929, wurde sein erster Sohn Henri Baumgartner geboren. Zu Beginn der 30er Jahre lebt Django Reinhardt als Straßenmusiker, da er kein Interesse mehr an den bals musette hat, sondern sich eher am Jazz orientiert.
    Aus diesem Grund wird er auch von dem ebenso jazzbegeisterten Pianist Stephen Mougin engagiert. Viel auf Reisen durch Südfrankreich tritt 1931 in Toulon Émile Savitry in sein Leben, der ihn mit der Musik Duke Ellingtons, Louis Armstrongs und
    Eddie Langs/Joe Venutis bekannt macht und sein Förderer wird.
    Neben der Beeinflussung durch Savitry beginnt Django Reinhardt seine ersten Schritte als Jazzmusiker mit dem Kontrabassisten Louis Vola, der schon in Toulon und Cannes sein Orchesterchef war, und mit dessen Formation er im Dezember 1932 in Paris debütiert.
    In den folgenden Jahren spielt er viel mit Musikern der Pariser Musikszene (z.B. Jean Sablon, André Ekyan, oder Stéphane Grapelli) und findet viele Bewunderer. Savitry organisiert für seinen Schützling 1934 ein Konzert in dem Ende 1922 gegründeten Hot Club de France, das Django zu seinem Durchbruch verhilft:
    „Man kann sagen, daß er die große Entdeckung des Konzerts war. Er ist ein sehr merkwürdiger Musiker, dessen Stil dem keines anderen bekannten Musikers ähnelt... Wir haben jetzt in Paris einen großen Improvisator... Darüber hinaus ist Reinhardt
    ein faszinierender Junge, der die gleiche Phantasie in sein Leben zu legen scheint, die seine Soli belebt...“

    Bei einem Zusammentreffen mit Stéphane Grapelli entstand die Idee eines reinen Saitenquintetts, das alsbald im Dezember 1934 in der Besetzung Django Reinhardt (Solo-Gitarre), Stéphane Grapelli (Violine), Roger Chaput (Rhythmusgitarre), Joseph Reinhardt(Rhythmusgitarre) und zunächst Emmanuel Soudieux, später dann Louis Vola (Kontrabaß) als Quintett du Hot Club de France in der École Normale de Musique in Paris debütierte.
    HCDF 1938
    Die ersten Jahre des Quintetts verliefen sehr aufregend. Neben den ab 1935 beginnenden regelmäßigen Schallplatten-Aufnahmen wurde Django Reinhardt von einem immer größer werdenden begeisterten Publikum entdeckt. Zusätzlich bot sich ihm die Möglichkeit, viele amerikanische Jazzgrößen kennenzulernen.
    So spielte er in Jam-Sessions in Paris mit Louis Armstrong, Eddie South, sowie Coleman Hawkins und Benny Carter, mit denen er auch 1937 zu Plattenaufnahmen machte. 1939 kam es sogar zu einer kurzen Begegnung mit Duke Ellington. Ab 1936 begannen Auslandstourneen des QdHCDF, die sie nach Spanien, Holland, Belgien, Skandinavien und vor allem England führten. Aufgrund des Kriegsausbruches 1939 kam es zur Trennung, da Stéphane Grapelli in England bis 1947 zurückblieb, während die restlichen Musiker nach Paris zurück kehrten.

    In den Kriegsjahren fand Django Reinhardt in dem Klarinettisten Hubert Roasting einen neuen musikalischen Weggefährten und feierte mit dem neuen QdHCDF auf Tourneen durch die französische Provinz große Erfolge. Zusätzlich war er unter den in Paris zur Verfügung stehenden Musikern die Nummer Eins. Andere wichtige Ereignisse dieser Jahre waren „die Komposition einer anspruchsvollen Sinfonie mit dem Titel ‘Manoir de mes Rêves’, zu der Jean Cocteau, ein glühender Bewunderer Djangos, einen poetischen Text geschrieben hatte. Doch wurde dieses Werk, das Django und seine Mitarbeiter einige schlaflose Nächte gekostet hatte, nie aufgeführt, weil es als schwer zu spielen und harmonisch zu kühn angesehen wurde, und ging schließlich verloren.“
    Daneben stand auch die Hochzeit mit seiner Gefährtin Naguine und wenig später folgte 1944 die Geburt seines zweiten Sohnes Babik. (siehe Django - private Life).

    Ein weiteres Ereignis bildete die Eröffnung des Nachtlokals ‘La Roulotte’ auf der Rue Pigalle, das später in ‘Chez Django Reinhardt’ umgetauft wurde und dessen Besitzer er war. Nach der Befreiung von Paris am 24./25. August 1944 tritt Django mit Fred Astaire auf und spielt mit verschiedenen Solisten des Glenn Miller Orchesters (Glenn Miller war zu dieser Zeit schon verstorben). „In diese Monate fiel auch die Aufführung einer Messe von Django in der Kapelle der Institution des Jeunes Aveugles. Er hatte begonnen, sie für seine Zigeuner zu komponieren, damit sie damit ihre traditionellen Wallfahrten nach Les Saintes-Mairies-de-la-Mer feiern konnten, doch wurde diese Messe nie zu Ende komponiert.“

    Im November 1946 bekam Django Reinhardt ein Engagement bei dem Duke Ellington Orchester für eine USA-Tournee, die zu einer herben Enttäuschung für den Gitarristen wurde, da er zum ersten Mal eine elektrische Gitarre benutzen mußte und nicht auf dem Instrument zurecht kam. Das Ergebnis war, daß er bei den Kritikern durchfiel.
    Doch in Amerika hörte er auch die neue Strömung des ‘BeBop’. Trotz der negativen Erlebnisse in den USA spielt Reinhardt, zurückgekehrt nach Frankreich, seine Maccaferri-Gitarre nunmehr elektrisch verstärkt. In den folgenden Jahren zieht er sich immer mehr von der Musik zurück und verlegt sich auf die Malerei (siehe auch Django - the Painter).

    Trotzdem finden immer wieder Tourneen durch Europa statt, und es folgen auch verschiedene Aufnahmen mit dem Quintett und auch mit Stéphane Grapelli. Django Reinhardt versucht sich nunmehr, nachdem er sich seit 1947-49 mehr und mehr aus der Jazz-Szene zurückgezogen hatte, mit der neuen Stilistik des Bebop zu beschäftigen. So kommt es im Februar 1951 zu einem Auftritt im Pariser Club Saint-Germain mit der neuen Generation französischer bebopinspirierter Musiker wie den Brüdern Hubert und Raymond Fol, Maurice Vander, Pierre Michelot, Bernard Hulin und Roger Guérin.
    Fünf Monate blieb Django Reinhardt in diesem Club und nahm auch verschiedene Titel auf. Durch die Gebrüder Fol lernte er auch die Musik Charlie Parkers und Dizzy Gillespies kennen. Über die letzten Aufnahmen Django Reinhardts im März 1953 für Blue Star führt Pierre Michelot aus: „Ich war total überrascht, daß er seine alten Themen spielte, wie zum Beispiel ‘Nuages’. Sicherlich hatten ihn die Produzenten dazu gebracht. Jedoch spielte er diese Themen völlig anders als in den früheren Versionen. Für mich war das die beste Version von ‘Nuages’ die er jemals aufgenommen hat. Er zitierte fortwährend Parker und Dizzy. Und in bestimmten schnellen Tempi spielte er mit ‘abgerissenen’ Phrasen in einer Art und Weise, wie es
    genau der Bebop-Praxis entsprach. Übrigens gibt es das auch schon in seinen Einspielungen von 1951. Aber diese Platte für Blue Star... Wäre er nicht kurze Zeit später gestorben, diese Platte hätte den Wendepunkt seines Lebens markiert.“

    Wieder daheim, in Samois, am 15.Mai 1953, angelt Django erst, sitzt dann mit Freunden in einem Café und unterhält sich angeregt, als ihn eine Gehirnblutung niederstreckt. Alle Hilfe im Krankenhaus kommt zu spät. Er stirbt tags darauf, am 16. Mai, im Alter von nur 43 Jahren (siehe auch Django - private Life).
    Er hinterläßt eine fast unüberschaubare Menge von Einspielungen (ca. 600) und eine unglaubliche Anzahl an Eigenkompositionen. Hier sollen nun auch seine Verdienste um die Entwicklung des Jazz-Gitarrenspiels angeführt werden, die von Jürgen Schwab in seinem Aufsatz ‘Die Jazzgitarre und ihre spezifischen Ausdrucksmittel bei Django Reinhardt’ zusammenfassend dargestellt wurden:
    „Er leitet das erste Jazzensemble, in dem die Gitarre als durchgehend gleichberechtigtes und meist sogar dominierendes Melodieinstrument eingesetzt wird. Durch weitausgreifende Dynamik und lebendige Artikulation erreicht er eine Differenziertheit des Ausdrucks auf der akustischen Gitarre, die sich mit Bläsern messen kann.

    Sein Improvisationsvermögen und seine Virtuosität stellen alles in den Schatten, was man Jazzgitarristen bis dahin zutrauen konnte, und werden bis heute nur von wenigen erreicht.
    Harmonisch ist er nicht nur auf der Höhe seiner Zeit, sondern ihr in Teilen sogar voraus. Gewisse Arpeggien und chromatische Durchgänge spielen später bei Charlie Christian eine große Rolle, und die von ihm häufig verwendeten ‘approach-note’ Figuren tauchen im Bebop wieder auf. django4 Die Bildung langer Phrasen, vorzugsweise aus Achtelketten, ist ein weiteres zukunftsweisendes Merkmal von Django Reinhardts Stil und findet sich ebenso bei Charly Christian und im Bebop wieder.
    Zahlreiche spieltechnische Neuerungen gehen durch ihn in das Vokabular der Jazzgitarre ein: Oktavdoppelgriffe, ‘false-fingering’-Effekt mit Unisono auf benachbarten Saiten, Akkord- und Einzeltremoli, ‘sweep-picking’ für schnellste Arpeggien, künstliche Flageoletts, Nutzen der Leersaite als Pedal abwechselnd mit gegriffenen Tönen.
    Mit Vorliebe kombiniert er ‘off-beat’-Akzente und komplexe Akzentüberlagerungen mit Oktav- oder Sextdoppelgriffen oder dem Spiel auf einer Saite. Diese Elemente finden sich später u.a. bei Country- und Rockgitarristen.“

    Die weitere Entwicklung dieser Musik nach dem Tod Django Reinhardts ist interessanterweise vornehmlich unter den Zigeunern Westeuropas zu finden. Bis auf einige Ausnahmen, wie z.B. in England Ivor Mairants, Diz Disley und Ike Isaacs, ist die Musik zu einer zigeunereigenen ‘Folklore’ (gemeint ist eine neue traditionelle Zigeunermusik) geworden. Michel-Claude Jalard schreibt darüber in seinem Aufsatz ‘Django et l’école tsigane du Jazz’: „L’univers musical de Django est pour eux“ (gemeint sind die Zigeuner) „un langage commun parce qu’en plus de son art, et à travers lui, ils retrouvent tout un lyrisme instrumental qui renvoie à leur sensibilité
    propre. Ce ‘supplément ethnique’, si l’on peut dire, fait que Django est non seulement le maître d’une conception de la guitare - au même titre que Charlie Christian en somme - mais vraiment le chef d’une école tsigane de jazz.“
    Django Reinhardt gilt aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit für die Zigeuner den Begründer einer neuen Schule, nämlich der des Zigeuner-Jazz. So ist es auch nicht verwunderlich, daß die weitere Entwicklung, bzw. auch die traditionelle Bewahrung seines Personal-
    Stils hauptsächlich von Zigeunermusikern betrieben wird. […]

    Frankreich / JazzManouche


    […]
    08 Dorado Schmitt and Angelo DeBarreIm Gegensatz Deutschland, wo die Geige im Zigeuner-Jazz eine große Tradition aufweist, gibt es in Frankreich keine einzige Formation mit einem namhaften Geigensolisten. Die Zigeunermusiker Frankreichs sind dagegen eher gitarrenfixiert und somit der Tradition Django Reinhardts, sowie modernerer Jazzstilistiken verbunden.
    Typische Merkmale des Repertoires deutscher Zigeuner, insbesondere die osteoropäische Folklore, sind in Frankreich nicht zu entdecken.[…]

    […]
    Im Gegensatz zu Deutschland kann man bei den französischen Zigeuner-Musikern eher von einem Bewußtsein ihrer Kultur reden. Auch wenn Aufnahmen belegen, daß auch heute noch in der Django-Reinhardt-Tradition gespielt wird, so ist jedoch insgesamt eine Weiterentwicklung parallel zum Jazz erkennbar.
    Der Umgang mit den Traditionen ist durch eine Verarbeitung von zeitgenössischen Jazz-Strömungen gekennzeichnet.

    Man spielt das Django-Reinhardt-Repertoire und seine Kompositionen in einem modernen Kontext, was man z.B. bei den Aufnahmen Christiam Escoudés (‘Gipsy Walz’, ‘Christian Escoudé With Strings Plays Django Reinhardt’) oder Bireli Lagrenes (‘My Favorite Django’) hören kann. Somit kann hier nicht mehr von einem Zigeuner-Jazz in der traditionellen Stilistik gesprochen werden, sondern von Jazz der von Zigeunermusikern gespielt wird und sich aus den Strukturen des QdHCDF in Verbindung mit der Jazz-Entwicklung herausgebildet hat. […]

    Österreich/Niederlande/Belgien Zusammenfassung


    […]zigeuner
    Anhand der eher wenigen wichtigen Zigeunermusiker aus diesen Ländern ist es nur schwer möglich, eine zusammenfassende Aussage über die dortigen Entwicklungen zu treffen.

    Es sei nur darauf hingewiesen, daß sich in Belgien und den Niederlanden eine große Gruppe von Manouche/Sinti niedergelassen hat, die sich sehr traditionell an dem Stil Django Reinhardts orientiert.

    Stochelo Rosenberg, sowie auch Fapy Lafertin stammen aus Familien mit einer langen musikalischen Tradition, die über die Generationen weitergegeben und bewahrt wurde.

    So könnte man daraus schließen, daß auch hier eher die traditionellen Strömungen vorherrschen und am Erbe Django Reinhardts festgehalten wird.[…]



    Musikgeschichtlicher Überblick Zusammenfassung


    […]
    Es ist durch die bisherigen Betrachtungen zu erkennen, daß sich der Begriff des Zigeunerjazz geschichtlich an eine Person binden läßt. Als Django Reinhardt 1934 das QdHCDF gründete, begann eine musikalische Entwicklung, die bis heute anhält.

    Django Reinhardt entwickelte im Lauf Jahre, auf der Basis seiner Erfahrungen in der Zigeunerfolklore und der Bals Musette, in Verbindung mit dem Jazz der 30er und 40er Jahre, eine eigene Stilistik, bzw. einen Personalstil, der vor allem aus ethnischen Gründen in den weiteren Generationen hauptsächlich von Zigeunermusikern übernommen wurde. Damit wurde eine neue musikalische Tradition in der Zigeuner-Musik geschaffen. Auch bedingt durch den zweiten Weltkrieg lassen sich mehrere Strömungen dieser neuen Stilistik erkennen.

    In Frankreich, einem Land, in dem nach Kriegsende die Aktivitäten der Zigeunermusiker weiter uneingeschränkt möglich waren, läßt sich eine Entwicklung parallel der, des zeitgenössischen Jazz, erkennen.

    Trotz des Aufwachsens in der Django-Reinhardt-Tradition findet sich deren Pflege hauptsächlich nur noch im Repertoire wieder, das jedoch interpretatorisch der heutigen Zeit angepaßt wird (z.B. Bireli Lagrene oder Christian Escoudé). Eine andere Entwicklung dieser Art ist sowohl in Frankreich, als auch in allen anderen Ländern erkennbar. HCDF_1940Es wird versucht, innerhalb der durch das QdHCDF vorgegebenen Strukturen, eine Neuerung zu erzielen.

    Man nähert sich einerseits mit den Improvisations-Strukturen dem modernen Jazz an und hält andererseits an den traditionellen Strukturen der Rhythmusgruppe und der Instrumentierung fest (z.B. Martin Weiss). Die dritte Strömung bildet die, die eigentlich das Idiom Zigeuner-Jazz repräsentiert.

    Vor allem in Deutschland, aber auch in den Niederlanden und Belgien, halten die Zigeunermusiker an dem musikalischem Erbe Django Reinhardts fest. Dies zeigt sich zum einen an dem Beharren auf Instrumentations-Strukturen des QdHCDF, sowie auf dem Repertoire (auch neue Repertoire-Erweiterungen werden dem Swing-Idiom angepaßt) und auf der Interpretationweise und zum anderen an der Pflege und Beibehaltung des Personalstils Django Reinhardts.

    Die wichtigsten Repräsentanten dieser Strömung sind z.B. Schnuckenack Reinhardt, The Rosenberg Trio, Titi Winterstein. Man kann bei den Musikern dieser Richtung von einer neuen Schule sprechen, nämlich der von Michel-Claude Jalard bezeichneten ‘l’école tsigane du Jazz’ oder auch der "Schule des Zigeuner-Jazz".

    Das heißt: Zigeuner-Jazz ist das traditionelle Bewahren des Erbes von Django Reinhardts und des QdHCDF. Die von ihnen vorgegebenen Strukturen, vornehmlich die Personal-Stilistik Django Reinhardts, bilden die Dogmen, bzw. Basis, für eine neue musikalische Stilistik, die man der allgemeinen Zigeuner-Musik zuordnen kann, und die, unabhängig von den weltweiten musikalischen Entwicklungen, hauptsächlich durch die ethnische Gruppe der Zigeuner, insbesondere in Deutschland, den Niederlanden und Belgien, traditionsbewußt weitergeführt und bewahrt wird.[…]

    Die Improvisations-Stilistik des Zigeunerjazz


    […]
    Nach der stilistischen Analyse Django Reinhardts muß nun erarbeitet werden, in wie weit man die stilistischen Elemente in seinem Spiel allgemein übertragen kann. Sein Einfluß auf die heutigen Zigeuner-Jazz-Gitarristen (vornehmlich Zigeuner-Musiker) läßt sich nicht von der Hand weisen und ergibt sich schon allein aus den soziologischen Zusammenhängen der Zigeuner: "Traditionspflege wird bei den Rom großgeschrieben. am_arpeggio
    Die hohe Musikalität unter ihnen erklärt sich nicht zuletzt auch durch die jahrhundertalte Tradition des Musikerberufes, der oft über Generationen hinweg weiter vermittelt wird.

    Die Lebendigkeit der musikalischen Tradition im alltäglichen Leben der Rom, die schon im frühen Kindesalter erfolgende Begegnungen mit Instrument und Musik durch den selbst musizierenden Vater, ist regelmäßig der Grundstein, mit dem brilliante technische Fertigkeit und nicht selten auch musikkreatives Potential fortgesetzt wird."

    Es wird somit das musikalische Erbe an die nächsten Generationen weitergegeben (siehe auch Buch "Gypsyjazz Guitar"). Für den Zigeunerjazz bedeutet dies, daß die jungen Gitarristen von der Familie lernen und somit in die Stilistik hinein wachsen. Der Personalstil Django Reinhardts stellt für sie eine musikalische Wurzel dar und wird traditionell weitergegeben. Man kann dies sehr gut am Beispiel von Stochelo Rosenberg (The Rosenberg Trio) erkennen, der auf seinen frühen Aufnahmen neben eigenen Chorussen Django Reinhardt Chorusse Note für Note übernimmt.[…]

    Zusammenfassung


    […]
    Nachdem nun viele analytische Aspekte aufgezeigt wurden, soll nun eine zusammenfassende Darstellung der Improvisationsstilistik der heutigen Zigeuner-Jazz-Gitarristen angeführt werden. Aus den Chorus-Analysen ergibt sich eine große Menge stilprägender Elemente:

    • Rhythmische Aspekte: Ein durch lange Achtel-, sowie Achtel-Triolen-Ketten erzeugtes sehr lineares Spiel.
    Die Verwendung von polyrhythmischen, sowie synkopierten Figuren.
    • Melodiebildung: Vornehmlich aus Arpeggien, aber auch aus harmonisch-Moll-, und Dur-Tonleitern, sowie die Verwendung der chromatischen Tonleiter oder von ‘chromatic-approach’-Figuren.
    • Harmonische Strukturen: sehr akkordbezogenes Spiel. Die Harmonien werden durch zieltöniges Anspielen der Akkordtöne bestätigt. Trotzdem aber auch Akkordantizipationen, Sequenzen mit verminderten Akkorden, sowie das Umdeuten der Dominante zu einem unvollständigen Dominant-Sept-Nonen-Akkord. Die Verwendung von ‘approach’-Figuren in allen Varianten, und die daraus resultierenden chromatischen Durchgänge zwischen Grundton und der b7, sowie 6, aufwärts als auch abwärts. Akkordeinwürfe, sowie ‘Chord-Melodie’, die streng an der Grundharmonie orientiert sind.
    • Techniken und Effekte: Einsatz von Oktaven als Effekt und als melodisches Element; Tremoli in Verbindung mit Akkord-Einwürfen; ‘Sweep picking’, das sich aus der Bevorzugung von Abschlägen ergibt; Ein diagonal angelegtes Spiel. Ein insgesamt sehr virtuos angelegtes Spiel.
    • Artikulation: harte Abschläge, Stakkato, Vibrato, Halbton-bendings, Sechzehntel-Vorhalte, Verzierung durch Triller, entweder als Achteltriole ausgeführt, oder als schneller Triller innerhalb von Achtelketten. […]

    […]
    Anhand der stilistischen Analysen von Django Reinhardt und den heutigen Zigeuner-Jazz-Gitarristen kann man unschwer erkennen, daß es sich bei den Improvisations-Strukturen um eine Art ‘Schule’ basierend auf Django Reinhardt handelt, die auch in verschiedenen Aufsätzen als solche bezeichnet wird.
    • Der charakteristische Gebrauch von Vibrato, Tremolo und Verzierungen (z.B. Vielzahl von Trillern)
    • Der harte, durch den hauptsächlichen Gebrauch von Abschlägen erzeugte, Anschlag (starkes attack), in Verbindung mit schnellen, kaum endenden, langen Läufen.
    • Sequenzen, sowie polyrhythmische und synkopierte Figuren, die auch harmonisch zu abrupten Tonartwechsel, bzw. zu Akkord-Antizipationen, führen können.
    • Ein starker Gebrauch von verminderten Arpeggien, unter anderen als Umdeutung von unvollständigen Dominantseptnonen-Akkorden.
    • Hauptsächlich aus Arpeggien gebildete Melodien, welche sehr akkordgebunden fungieren und somit wenig Tonleiter orientiert sind. Ansonsten auch die Verwendung von hauptsächlich harmonisch-Moll-, sowie chromatischer Tonleitern.
    • Ein merklich undurchbrochenes, sehr virtuos angelegtes Spiel, das meist durch Achtelketten mit Achteltriolen-Einwürfen bestimmt ist, die jedoch den formalen Verlauf des Chorus einhalten, d.h. Formgrenzen werden eingehalten und die Läufe werden logisch zu Ende geführt (2-, 4-, 8-, 12-, etc. taktige Phrasen).
    Diese Merkmale zeigen nun die im Endeffekt stilbestimmenden Elemente des Zigeuner-Jazz. Es sind die, welche vornehmlich in der Django-Rheinhardt-Schule verblieben und diese somit definieren. Die restlichen in den Analysen vorgetragenen Punkte sind Genre übergreifend, jedoch ebenso für die Stilistik bindend (siehe auch Buch "Gypsyjazz Guitar").

    Es zeigt sich also eine Trennung zwischen dem, was in der weiteren Musikentwicklung Verwendung fand und dem, was ausschließlich in der Stilistik verblieb und somit eine Definition erlaubt. Es ist auf jeden Fall ersichtlich, daß es sich bei Zigeuner-Jazz um eine Stilistik in der Tradition Django Reinhardts handelt, die als musikalisch abgeschlossener Komplex behandelt werden kann, da sie allein durch die Person Django Reinhardts definiert ist.[…]

    (Quelle: Diplomarbeit - "Die Gitarre im Zigeuner-Jazz" von Ernst Wilhelm Holl)

    Nachwort


    So viel zu den Auszügen aus dem Text der Diplomarbeit von Ernst Wilhelm Holl.

    Es bleibt festzuhalten, dass viele der hier gemachten Aussagen geschichtlich fundiert recherchiert wurden. Aufgrund der Komplexität des Themas allerdings sind sicherlich formal hier und da kleinere Schwächen in der Arbeit zu entdecken, insbesondere im Hinblick auf die Rolle und den Einfluss Django Reinhardts auf die Jazz-Musik und die Rolle des Gitarrespiels insgesamt. Dieses ist leider an einigen Stellen in der Darstellung etwas zu kurz gekommen, wie ich finde.

    Auch kritisch angemerkt werden muss die häufige Verwendung der Worte "Neger" und/oder "Zigeuner" - dies muss doch kritisch hinterfragt werden, denn es gilt (zumindest heutzutage) "politisch korrekt" formuliert, als eher unpassend.
    Das Einfügen der Worte Sinti-Jazz, Jazz-Manouche und / oder Sinti generell hätte hier zu mehr Distanzierung zu dem leider in der Wahrnehmung vieler oft etwas verzerrten Bild der Sinti-Musiker geführt.

    Dennoch kann, mit entsprechendem Feingefühl gelesen, doch einiges Interessantes aus dem Text gelernt werden. Und vielleicht hilft dies ja auch dem einen oder anderen wiederum zu einem besseren Verständnis dieser wunderbaren Musik und ihrer Musiker.
    Dies zumindest wäre unser Wunsch, weshalb wir hier diesen Text trotzdem auch unverändert in Original-Form in Auszügen  veröffentlichen.

    Nachwort: Bertino Rodmann

     



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  • Gypsyjazz History (1/3)

    Um zu verstehen wie die Musik des "Jazz Manouche" oder "Gypsyjazz" (auch unter dem Begriff europäischer Jazz bekannt geworden) zustande kam, muss man ein wenig in der Geschichte der Sinti und Roma nachschauen.

    history_sr01Lt. den ältesten zurückliegenden Schriften stammen die Sinti von den Indern ab. Dort lebten und arbeiteten sie bis etwa im 5. Jahrhundert bereits damals schon als berühmte Musiker.
    Oft spielten sie an den Höfen der damaligen Maharadschas, bis sie lt. den Überlieferungen eines Tages aus nicht genannten Gründen bei Hofe in Ungnade fielen und deshalb aus dem Land vertrieben wurden. (Einige Sintis bestreiten zwar diese Version, andere gesicherte Erkenntnisse sind aber auch nicht vorhanden).

    "Sinti und Roma leben bereits seit vielen Jahrhunderten in Europa. In den einzelnen Ländern bilden sie alteingesessene und historisch gewachsene Minderheiten.
    In Deutschland bezeichnet man sie meist als "Sinti", in Ost- und Südosteuropa - wo die Zahl weitaus größer ist - als "Roma". In Frankreich spricht man von "Manouche" oder "Bohemiens", in Spanien von "Gitanos".

    Allerdings ist der Oberbegriff "Sintis" auch gleichzeitig mit einer Fehlinterpretation behaftet. Sintis waren und sind nämlich schlichtweg meist die Musiker im "Fahrenden Volk" der "Zigeuner". So gibt und gab es früher viele unterschiedliche Bezeichnungen für die verschiedenen unter den Zigeunern vorhandenen Berufsgruppen. Es gab die sog. "Kalderescha" (von Kaldera = Kessel), das waren Kessel- und Hufschmiede. Es gab unterschiedliche Namen für Korbflechter, für Händler, Musiker, Pferde- und Tierhändler usw.

    gypsycaravans"Sinti und Roma" ist also nur eine Sammelbezeichnung, die eine Vielzahl von Gruppen umfasst. Hingegen ist der Begriff "Zigeuner" eine Fremdbezeichnung, die von vielen Angehörigen der Minderheit (wie auch von uns) mittlerweile als eher diskriminierend abgelehnt wird.

    "Das Wort Zigeuner ist eine Fremdbezeichnung, die in ähnlicher Form in vielen europäischen Sprachen vorkommt. Die genaue Herkunft des gemeineuropäischen Ethnonyms ist unsicher und mythisch. Im Deutschen wurde Zigeuner volksetymologisch und fälschlich zu „Zieh-Gäuner“, also „(umher-)ziehende Gauner“ umgedeutet. Auch deswegen wird die Bezeichnung heute vielfach als negativ belastet abgelehnt." (Quelle: Wikipedia)

    Anhand von sprachwissenschaftlichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die ursprüngliche Herkunft der Sinti und Roma in Indien liegt, denn ihre Sprache, das Romanes, ist eng verwandt mit der altindischen Hochsprache Sanskrit.

    "Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich in den jeweiligen Heimatländern der Sinti und Roma eigene Romanes-Dialekte, so auch im Fall der deutschen Sinti. Das Romanes wird innerhalb der Familien neben der jeweiligen Landessprache als zweite Muttersprache verwendet." (Wikipedia: Geschichte der Sinti und Roma).

    Mehr lesen -> JM-History (2/3)
  • Gypsyjazz History (1/3)

    To understand how the music-style of "Jazz Manouche" or "Gypsyjazz" (also known under the name "European Jazz") came alive, one must learn a bit about the history of the Sinti and Roma.

    history_sr01According to the oldest records the Sinti are descended from the Indians. They lived and worked in India from possibly in the 5th century, already at that time known as famous musicians.

    The writings say that they often used to play at the courts of the maharajas at that time, until they fell from grace for some unknown reason and therefore were expelled from the country. (Athough some Sintis deny this version, however, other secure knowledge also do not exist).

    "Sinti and Roma already lived in Europe for many centuries. In some countries they are old-established and historically grown minorities. They have been long integrated citizens working and living next door, even some of them where fighting as soldiers for the german army in the 1. and beginning of 2. worldwar. In the "Third Reich", the period of the Nazis between 1933 and 1945, they were expelled from army and brought into the Concentration-camps, same as the jews. Over 700.000 Sintis and Roma have been killed in these camps."

    In Germany the Gypsies are called "Sinti", in East and Southeast Europe - where their number is by far much bigger - they´re known as "Roma". In France one speaks of "Manouches" or "Bohemians", in Spain again they are named "Gitanos".

    gypsycaravansIndeed, the name concept "Sinti(s)" (or "Zigeuner" in german) is also afflicted at the same time with misinterpretation. Sintis always mostly have been and still are the musicians in the different "Gypsies"-Tribes.
    Thus there were many different names for the different professional guilds available among the Gypsies. There were the so-called "Kalderescha" (from Kaldera = kettle), these were the boiler-makers and blacksmiths amongst them. There were also different names for wicker-workers, for traders, musicians (Sintis), horse dealers and animal traders etc. Of course also other professions amongst Sintis were practised especially for "making a living", but the majority used to be musicians until today.

    That said the name "Sinti and Roma" used today is only one collective name which encloses a huge number of groups. However, the german term for "Gypsy" (Zigeuner) is a foreign name which is rejected by many members of the minority (as well as by us) meanwhile as rather discriminating.

    "The word "Gypsy" or "Gipsy" is a foreign name which seems to exist in similar form in many European languages. The exact origin of the common-European Ethnonyms is unsafe and mythical. In german language the german word "Zigeuner" (Gypsy) national-etymologically and erroneously was made up from "Zieh-Gäuner" and became falsely reinterpreted as „(around) moving crooks“. Today this name "Zigeuner" is often rejected as negative loaded." (Source: Wikipedia)

    "On the basis of linguistic investigations could be proved that the original origin of the "Sinti and Roma" lies in India, because their language, the "Romanes", is very closeto the old-indian language of Sanskrit.

    In the course of the centuries own fiction dialects developed in the respective homelands of the Sinti and Roma, thus also in the case of the German "Sinti". Their original language "Romanes" is still used within the families beside the respective national language as the second mother tongue." (Source Wikipedia: History of Sinti and Roma).

    Read more -> JM-History (2/3)

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  • Gypsyjazz History (2/3)

    roulottes tziganesMusikalische Wege

    So mussten die Sintis also mit ihren Familien ihr Land (Indien) verlassen und zogen dann zunächst zu Fuss, später mit einfachen Pferdewagen über Usbekistan, den Irak, den heutigen Iran (damals Persien), weiter durch Kurdistan, die Türkei bis in den unteren Balkan und bis ins heutige Russland.

    Da sie ja auch irgendwie ihre Familien ernähren mussten, spielten sie oft in den jeweiligen Ländern die Musik die eben dort grade verlangt wurde. Meist auf Festen, zu Feiern oder anderen Anlässen, dort wo sie eingeladen wurden - ihre sprichwörtliche Musikalität war schon damals sehr hoch angesehen. musikerEs gibt einige Berichte wonach Sintimusiker am Hofe von Königen, Fürsten und Baronen immer gern gesehen waren. Sogar einige regionale Protektorate für Sinti sollen dadurch entstanden sein (z.B. in St. Maries de la Mer, wo der damalige Maquis Folco de Baroncelli-Javon(1869-1943), eine symbolhafte Persönlichkeit aus der Camargue in der Region einzelnen Familien ein lebenslanges "Bleiberecht" einräumen liess).

    Bereits in dieser frühen Zeit etablierte sich auch die „Musikalische Ausbildung“ der Nachkommen. So wurden Lieder und bestimmte musikalische Fähigkeiten, Tricks und Spielweisen vom Vater auf den Sohn, vom Onkel auf den Neffen und so wiederum untereinander, nur rein mündlich weiter gegeben.rosenberg 1962 Viele Sintis konnten damals weder lesen noch schreiben, so dass das Lernen von Musik durch Noten, wie heute üblich, nicht zur Wahl stand.

    Die Fähigkeit bestimmte Dinge spielen zu können aber war ihr Kapital mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen konnten (und mussten).

    Es war daher also nicht nur lebensnotwendig ein Instrument gut beherrschen zu können (und deshalb vor allem besser als andere Musiker sein zu müssen), sondern auch möglichst genauso viele Lieder der jeweiligen Länder die sie bereisten zu kennen und auch spielen zu können.
    Samois_0609_-_184
    Musik war und ist bis heute immer ein zentrales Thema in der Kultur der Sintis. Sie wird zu allen Gelegenheiten gespielt, wann immer man sich trifft und zusammen feiert ist Musik im festen Mittelpunkt.

    Im frühen 13. Jahrhundert besagen die Überlieferungen waren die Sinti bis ins andalusische Südspanien vorgedrungen, deren musikalische Einflüsse sie ebenso mit adaptierten und in ihre Musik mit übernahmen wie schon zuvor bereits italienische Liebeslieder, den ungarischen Csardas und später die französichen Musette-Tänze - alles die Musikstile der Länder die sie zuvor bereisten.

    Alle diese Einflüsse lebten und leben bis heute in der Musik der Sinti und Roma fort.

    Mehr lesen -> JM-History (3/3)


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  • Gypsyjazz History (2/3)

    roulottes tziganesThe musical journey

    Beeing expelled from their country (India) the Sintis had to leave their country with their families. They made their way, first barefoot later on using light horse-wagons, passing Uzbekistan, Iraq, today's Iran (at that time called Persia), further through Kurdistan and Turkey on their way till the lower Balkans and also till today's Russia.

    As they had to feed their families, the Sinti-musicians very often played in the respective countries just the music that was required there. Often at parties, for celebrations or other occasions, just all occasions where they were invited to - and their proverbial musicality was very highly respected already in these days.

    There are some old records stating that Sintimusicians had played at the court of kings, princes and barons and were seen always with pleasure. Even some regional protectorate for Sinti should have originated from that, e. g. in "Saint Maries de la Mer" where the Maquis Folco de Baroncelli-Javon(1869-1943), a symbolical personality from the Camargue-region, insured some Sinti-families a lifelong "right to stay".musiker

    Already in this early time the „musical education“ of the descendants also set up. Thus songs and certain musical abilities, tricks and play-techniques were transmitted by the father to the son, from the uncle to the nephew and thus again together, only purely orally. At that time many Sintis neither could read nor write, so that the writing or reading of music (as staffnotation) of course wasn´t utilized amongst them.

    So the ability to be able to play certain things, however, was their capital of which they could earn and make a living from. rosenberg 1962Hence, it was not only of vital importance to be able to control an instrument very well (and therefore above all be better than other local musicians), but also to possibly know just as many songs of the respective countries they travelled to and also to be able to play them very well.

    Music has always been and still is a central subject in the culture of the Sintis until this day. Music is beeing played at all occasions whenever Samois_0609_-_184Gypsies meet - just to celebrate music together or just as a form and part of communication - this always belongs into the firm centre of their tradition.

    The records say that in the early 13th century the Sintis had traveled until   Southern Spain (Andalusia) whose musical influence (Flamenco) they as well adapted into their music like already before they had took over Italian lovesongs, the Hungarian Csardas or the french Musette dancemusic - all kinds of music-styles of the countries they had travelled before - everything they mixed together into one bright melange - the JazzManouche.

    So all these musical influences lived and still live on till this day inside the music of the Sinti and Roma.

    Read more -> JM-History (3/3)

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  • Gypsyjazz History (3/3)

    KZ_9e_50Die dunkle Seite der Macht

    Einer der dunkelsten Abschnitte in der deutschen Geschichte und damit auch in der Geschichte der Sinti und Roma war und ist aber die Zeit des Nationalsozialismus. (Siehe auch unter JM-History -> Völkermord Quelle: Zentralrat Sinti & Roma). Über 700.000 Sinti & Roma wurden in den KZs der Nationalsozialisten ermordet.

    […]"Zwar wurden Sinti und Roma über Jahrhunderte diskriminiert und verfolgt, doch parallel zur Politik der Ausgrenzung hat es gerade auf regionaler Ebene vielfältige Formen eines normalen und friedlichen Zusammenlebens von Minderheit und Mehrheitsbevölkerung gegeben.

    Vor 1933 waren die deutschen Sinti und Roma als Nachbarn oder Arbeitskollegen vielfach in das gesellschaftliche Leben und in die lokalen Zusammenhänge integriert.Viele hatten im Ersten Weltkrieg oder schon zuvor in der kaiserlichen Armee gedient und waren hoch dekoriert worden. Dies gilt auch für Sinti und Roma in anderen europäischen Ländern.

    KZ_RomaMit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde diese Normalität des Zusammenlebens systematisch zerstört. Auf Grundlage der Rassenideologie wurden Sinti und Roma schrittweise entrechtet, ihrer Lebensgrundlage beraubt und schließlich in Vernichtungslager deportiert."[…]
    (Quelle: Stadtmuseum Erfurt)

    […]"Auch die Verfolgung der Sinti und Roma begann Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

    Unter den Nationalsozialisten erreichte sie aber ihren schrecklichen Höhepunkt. In der nationalsozialistischen Rassenlehre nahmen die Roma eine Sonderstellung ein. Sie wurden zwar teilweise als „Arier“ angesehen, aber ihre Lebensweise passte trotzdem nicht ins Konzept der Nationalsozialisten und so wurden sie meist unter der Kategorie „Asoziale“ in Konzentrationslager eingeliefert."[…]
    (Quelle: http://www.annefrankguide.net/de-AT/bronnenbank.asp?oid=3662)

    Leider haben Ressentiments generell gegenüber fahrendem Volk wie Sinti und Roma (aber auch anderen fahrenden Volksgruppen wie Jenischen oder Schaustellern) bis in die heutige Zeit eine (unglückliche) eine lange Tradition. Und diese, auch "Antiziganismus" genannte Grundhaltung ist leider auch heute noch bei sehr vielen Deutschen und anderen europäischen Nachbarn sehr weit verbreitet.
    FamEmmler
    […]"Antiziganismus ist eine Denkweise, die diese Menschen als „fremd", „müßiggängerisch", „musikalisch“ und „frei", „primitiv“, „archaisch“, „kulturlos“ oder „kriminell“, „nomadisch’“ und „modernisierungsresistent“ kennzeichnet, um nur einige Merkmale zu nennen.
    Antiziganismus richtet sich gegen eine ethnische Minderheit, der ein solches Verhalten als unveränderliche Wesensart unterstellt wird und ist eine bis heute in der heutigen Gesellschaft durchaus akzeptierte Grundhaltung vieler Menschen gegenüber Sinti und Roma.

    Diese Grundhaltung macht es unmöglich, die realen Menschen zu erkennen und sie führt zu massiven Diskriminierungen der Minderheit. Damit lässt sich auch der Antiziganismus als Teil des kulturellen Codes der deutschen – der westlichen - Gesellschaft deuten.
    Antiziganismus beinhaltet oft Projektionen gedeutet, in denen das eigene Wollen und die eigenen Wünsche dem „Anderen“ unterstellt werden.

    Im Antizganismus findet sich auch der Ausdruck des eigenen „fremden“ Ichs, das im Rahmen der Mehrheitsgesellschaft nicht gelebt werden darf .Antiziganismus ist damit eine Abwehrhaltung gegenüber den eigenen individuellen Wünschen. Für die Projektion stehen alte Zigeunerbilder zur Verfügung, denen aber je nach gesellschaftlicher Gegebenheit, neue Bilder gefunden werden können."[…]
    (Quelle: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

    Auf der Website des Zentralrat Deutscher Sinti und Roma findet sich eine sehr ausführliche Erläuterung zu diesen und anderen Vorurteilen. Auf jeden Fall ist ein Besuch auf diesen Seiten eine Pflichtlektüre für jeden der sich näher mit dem Thema auseinander setzen möchte.
    bonjour_django
    Um die Musik der Sinti und Roma zu verstehen, und damit auch den später legendären Swingjazz eines Django Reinhardt der ebenfalls alle diese o.g. Einflüsse in seiner Musik vereinte und damit auch die Musik seiner Nachfahren der heutigen Sintimusiker (wie z.B. eines Bireli Lagrene, Stochelo Rosenberg oder Tschawolo Schmitt uvm.), sollte man sich als interessierter Musiker auf jeden Fall einmal mit all diesen Fakten aber zumindest auch den verschiedenen Musikstilen (zumindest theoretisch) befasst haben.

    […]"Die geschichtlichen Fakten allerdings hatten und haben auch heute noch sicherlich einen grossen Einfluss auf das allgemeine Verhalten und dadurch u.a. auch auf die Musik der Sinti und Roma gehabt."[…] (Wikipedia: Gypsyjazz)

    Wer sich nicht vorstellen kann wie es ist seine Familie ganz oder teilweise in einem KZ verloren zu haben, der wird sicherlich auch kein Verständnis für die Ablehnung finden die uns Deutschen häufig von manchen Sintis deswegen entgegengebracht wird. Es ist Misstrauen eines geschundenen Volkes welches sich völlig natürlich abschottet und versucht sich als Ganzes mit seiner Sprache und seinen Traditionen zu bewahren, zumindest mit dem was davon noch übrig geblieben ist.

    Der sensible Umgang mit diesen Themen und das Verständnis und auch die Toleranz aufzubringen sich mit diesen Dingen intensiver auseinanderzusetzen fehlt leider auch heute noch vielen Menschen (leider auch Musikern!), obwohl dies unser aller Verpflichtung spätestens durch die eigene Geschichte unseres deutschen Landes geworden ist.

    Jeder der sich für Gypsyjazz interessiert sollte dieses zu allererst aufbringen bevor er sich mit der Musik näher befasst. Respekt gebührt zunächst einmal jedem Menschen auf diesem Planeten denn wir sind, auf die eine oder andere Art, alle Ausländer oder Fremde im einen oder anderen Land. Und im Universum sowieso...
    Aber: nur gemeinsam kann man wieder einen Weg zu einem friedlichen Miteinander in gegenseitigem Vertrauen finden - und hier kann (und sollte) die MUSIK eine wertvolle Hilfestellung leisten.

    Musik ist eine universelle Sprache mit der wir uns direkt verständigen können... egal welcher Nationalität und Rasse oder Hautfarbe wir angehören. Musik kann Brücken bauen zwischen den Menschen. Jedoch Respekt und Toleranz einem anderen Menschen oder einer anderen Kultur gegenüber gehören zu allererst und absolut dazu.

    Versuchen wir also zu allererst diesen Respekt und Toleranz bei uns selbst aufzubringen und dann gemeinsam Musik zu schaffen die Grenzen überwindet!


    Mehr lesen -> JM-History -> Völkermord


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  • Gypsyjazz History (3/3)

    The dark side of power

    KZ_9e_50One of the darkest chapters in the german history and with it also in the history of the Sinti and Roma was and however is, the time of the national socialism and the Nazis. (See also JM-History-Genocide). More than 700.000 Sinti & Roma were murdered in the KZs of the Nazis.

    […]"Athough Sinti and Roma have been discriminated and pursued for centuries, but parallel with the politics of the exclusion at regional level there have been just varied forms of a normal and peaceful living together of minority and majority population.
    Before 1933 the german Sinti and Roma were often integrated into the social life and into the local connections as neighbours or colleagues. Many had served in the First World War or already before in the imperial army and had been highly decorated. This is also valid for Sinti and Roma in other European countries.

    With the national-socialist seizure of power this normality of the living together was destroyed systematically. On basis of the racial theory of the Nazis the Sinti and Roma were deprived of rights gradually, as robbed off their life basis and were finally deported into concentration- and destruction camps through thousands."[…]
    (Source: Stadtmuseum Erfurt)KZ Roma

    […]"The pursuit of the Sinti and Roma also began long years before the assumption of power by the National Socialists.
    However, among the NS it reached her awful high point. In the "National-socialist-race-discrimination-laws" the Sinti & Roma took a special position. Though they were partially looked at as "Arians", but still their life-style did not fit into the Nazi-ideology. Nevertheless, thus they were mostly delivered to concentration camps under the category "Antisocial individuals"[…]
    (Source: http://www.annefrankguide.net/de-AT/bronnenbank.asp?oid=3662)

    Unfortunately, resentments in general have a long (unlucky) tradition against nomads like Sinti and Roma (however, also to other moving ethnic groups like Jenische or even Circus-people) till today. And, as well unfortunately, this so called "Antiziganism" basic position is also very widespread even today amongst a lot of germans and other European neighbours.

    FamEmmler[…]"Antiziganism is a way of thinking which brandmarks these people as "foreign", "lazy", "musically" or "free living", "primitively", "archaically", "without culture" or "criminally", "nomadic" and "resistant to modernisation" just to mention only some of the terms used.

    Antiziganism is directed against an ethnic minority (mostly against nomads, but to other groups of foreigners as well) which suggests that such a behaviour is subordinated as an invariable nature. In fact it is a basic subjective view, but regrettably, absolutely accepted till this day in the today's society of many people worldwide especially against Sinti and Roma.
    This basic position makes it impossible to recognise the real people and leads to massive discriminations of the minority. In fact this makes it falsely possible to (mis-)interpret the "Antiziganism" as a part of the cultural code of the German – and in general the western - society. Antiziganism often contains projections interpreted in which own wishes are subordinated to the "others".

    There is also is found the expression of own "foreign self" in "Antizganism" which may not be lived within the scope of the majority society. Antiziganism is a defensiveness towards own individual wishes. Old Gipsy's pictures and imaginations of them are available for the projection, to those who used it. However, according to the social actual facts, new pictures can be found."[…] (Source: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

    On the website of the Zentralrat Deutscher Sinti und Roma (their central association in Germany) a very detailed explanation is found to these and other prejudices. Anyway a visit on this website is a duty for one who like to know more about these subjects.

    To basically understand the music of the Sinti and Roma at all, and with it also bonjour_djangothe legendary swing-jazz of Django Reinhardt who united all mentioned influences inside his music, as well as of his musical heritage (today's Sintimusicians for example Bireli Lagrene, Stochelo Rosenberg or Tschawolo Schmitt and others until today), the interested musican should at least have read and know all about these mentioned above facts, however, as well as also about the different music-styles  that are part of this music-style (at least theoretically...). (See also JM-Learning)

    […]"The historical facts, however, absolutely had and also even today still have a big influence on the general behaviour and thereby among other things also on the music of the Sinti and Roma."[…] (Wikipedia: Gypsyjazz)

    The one who can´t understand or at least tries to imagine how it feels like to loose all of his family or a part in a concentration camp (KZ) - the one will absolutely also not be able to understand the distance and restraint or refusal to us "Non-Gypsies" often practised by some Sintis, Manouches, Gitanos or Gypsies all the same. But this often is just the mistrust of maltreated people which cut-off themselfes absolutely and thus try to retain integrity as a whole with their language and traditions, at least with that what has still been left of it.

    The sensitive contact with all these facts, to raise understanding and also tolerance against other human beeings in general and Stintis & Roma in special, to argue more intensely with these things, unfortunately, is absent also even still today by many people refusing many facts. Although this has become obligation, at least by our own history in the German country, but nevertheless also worldwide not to do such.

    Each one interested in playing Gypsyjazz should adapt this first of all, before he starts to work closer with this music-style. Respect is the first thing that we all should give to every person on this small planet than we life on - as we all are foreigners or strangers in one or another country, and in universe anyway.

    But: only together one can find a way to a peaceful cooperation in mutual trust again - and here the MUSIC is able (and should perform) a valuable assistance.

    Music is a universal language with which all human beeing can communicate directly without any deviations . . . wether which nationality and race or skin colour we belong.

    Music can build bridges between the people. However, respect and tolerance to another person or  another culture belong to it first of all and absolutely, without a doubt.


    So let´s try to raise first of all - respect and tolerance with all of us and then to create music together that will overcomes all these borders!


    Read more -> JM-History -Genocide

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  • Music of Sinti & Roma

    ROTARY_Magazin_0214

    The Music of Sinti and Roma

    (Author: Bertino Rodmann, Rotary Magazin 02/14)


    Arabesque melodies, Balkan music, Hungarian Çsardas, Jazz-Manouche or Gypsyjazz, French Valse Musette, Spanish flamenco – the music of the Sinti and Roma has many different colours, faces and influences, as variously as the different ethnic groups of the people of the „Sinti and Roma“ (which generally often are just called "Gypsies").

    First of all, for a better understanding of the music of „Sinti and Roma“ it is absolutely helpfulto clear up with a piece of widespread ignorance and to argue with certain prejudices is as important.

    To read on please click one of the following subjects:
     

    Historical background

    historische bewegungenToday the international civil rights movement of the "Gypsies" use only the term "Rom" or "Roma" (Romanes, for: „Man or Person“) as the main-term for both ethnic groups, while in Germany extensively since the early 1970s the differentiation and name "Sinti and Roma" has asserted itself. The german name "Zigeuner" (derived from the old german word „moving crooks“) is rejected today by the majority of the Sinti and Roma understandably as discriminating.

    The word "Zigeuner" (german f. "Gypsy") still (or again?) is a mostly rather discriminating foreign name which, unfortunately, many people use in our german majority population or sometimes unfortunately also journalists (mostly unconsciously) use over and over again, sometimes also consciously.

    About 10 millions Sinti and Roma live in Europe at the moment, the biggest part of them in Eastern-Europe, Romania, Bulgaria, Albania and in former Yugoslavia. The first Sinti and Roma according to the first recordings immigrated from aroundthe 14th to the 15th century into the German linguistic area.

    The Roma that immigrated more than six centuries ago into Germany, Easter empire and the adjoining regions (Italy, Slovenia, Bohemia, Alsace / Lorraine) called themself "Sintis". There are theories that this was the name of the country of "Sindh" situated today in Pakistan. In France against that one speaks of "Manouches" or "Bohemians".
    (Picture top left: Migration of the Sinti and Roma).

    It was just in the 18th century when linguists discovered direct parallels between the old-indian "Sanskrit" and "Romenes" (or "Romanes") the language of the Sinti and Roma.

    Today with this information and also by later investigations it became more or less securely valid that the „Sinti and Roma“ came from northwest India to Europe.
    However, what brought these people at that time to leave her native country and to walk in the direction of Europe, is still not exactly known. The penetration of the Islam at that timewas one of the possible causes. An other theory says that the Sinti and Roma have beenkidnapped as slaves and brought in the direction of Europeto thousands,by military conquerors at that timeas for example „Alexander - the great" during their conquests.

    However, the background to them was no, unfortunately often (particularly at times of the Nazi pursuit) more subordinated ethnically reason of „nomadic travelling desire“. But they were more constrained to move by wars or pursuit , further expulsion or  in addition also from purely economic need. Today many of them have settled long ago. The migration of the Sinti and Roma from India to Central Europe lasted more than 500 years.

    The history of Sinti and Roma and their destiny have stronger been stamped by the political developments in Europe, than those of any other people. Since Roma never had an own state or own government which exerted itself for their interests. While nevertheless hundred thousands of Romas and Sinti became victims and died in the big world wars between the European states, among other things often also as soldiers - but they as a race have never declared war to any other people!

    The historical background of Sinti and Roma


    Among the people of the Sinti and Roma there were always many different "professional guilds". The "Sinti" have been the musicians most of the time and first of all.But of course there were also more other professions like Businessmen (trader) or craft occupations like metalworkers (earlier also tinker or blacksmiths), wicker workers, carpenters (wooden workers), tailors uvm. , but also painter or storytellers (today one would call them author), artistes, jugglers as well as many other artistic occupations.

    One important thing has contributed a lot to my own understanding of their music  was the employment of the culture of the Sinti and Roma. How lived (and do live) Sinti & Roma and what kind of impact has had this on their music? Why is their music as it is - often very fast and loud, variously and sometimes impetuous, then again slowly, soft and caressing, melancholic or tragic. Often also just wonderful...

    The Music of Sinti and Roma

    In the western world mostly the east-eurpopean musicstyles have falsely became famous and known as "Gypsy- or Zigan-Music". Above all the Hungarian music is strongly marked by the musical tradition of the Sinti and Roma.

    Already in the 15th century smaller Sinti bands played often at the courts of the Habsburger-monarchs at that time. These bands were made up from strings, clarinets and mostly a Cymbale (big zither) and were often lead by a violin playing soloist (Primás). Due to that fact this kind of hungarian "Gypsy music" has a long tradition, thus beeing strongly influenced by the Sintimusicans..

    While beeing cast out for centuries and decades, characterized by slavery and rejection, the traveling families of the Sintis had to somehow feed their families. Though the Sintimusicians use to play whereever beeing invited in the countries they traveled by.
    They played on marriages, festivities or other occations - just where they passed by and were hired for any gig - yet their great musiciality was already at that time very much distinctively and highly respected.

    The great virtuosity of the Sintimusicians and the passion of their playing has made the music of the Sinti and Roma exceptionally popularall over Europe and worldwide.

    Musicpieces with the addition "Gypsy" in their title are whitnesses of the great part of musical influence in the romantical  instrumental- and classicalmusic. Most famous musical pieces are the operas "ZigeunerbaronofJohann Strauss or "ZigeunerliebeofFranz Lehár. Especially famous has become the very specific "Gypsy-scale", thus a scale very often used by Gypsies, which soon made it´s way into the classical music, e.g. with piano-compositions of Franz Liszt, who used this special scale in his paino-pieces as well as his "Rhapsodies".

    gypsyskala mollMany people have over centuries been banned by the strong emotional approach of the music and the playing of Sinti and Roma. French Composer Claude Debussy for example once met the hungarian Roma-musician Bela Radics 1910 in Budapest and wrote about his playing in a small Café: "... he opens to the souls that special melancholia that we rarely are about to experience, he opens the inners and snatches the deepest secrets out of all of us - not even a Safe would be secure of his playing..."

    But the ability to play certain things better than any local musician was their capital when the Sinti had to make their living on their travels. So it was not only important to play any instrument very well, but the more to know as many songs as possible from all the foreign countries they have traveled to.
    That said it is about to explain the outstanding and impressing virtuosity of the Sinti & Roma on various instruments and their very often huge repertoire of songs.
    And that is not only made from "god given musicality" or "natural inheritance", like very often guessed about them, but as well out of great dilligence and invested work which is nessesary for such virtuosity. Practising for hours is as well absolute obligatory - every musician who plays an instrument of course knows this...
    stochelo lollo  fapy kl(Image left: Stochelo Rosenberg, Fapy Lafertin and Lollo Meier)

    Already very early the "musical apprenticeship" of their heritage established on their journeys.
    Songs and certain musical tricks or skills were beeing transmitted merely oral, from the father to the son, from uncle to nephew. This has become tradition still until today; especially as just very few Sintimusicians know about writing or reading music or even want to learn it. But there was just no need for that...

    Still music has had and still today has a very high impact on the Sinti-communities and good musicians always have a high respect amongst them, always beeing cherished and adored.
    Whenever Sintis meet somewhere music will soon be played. Music functions as a medium for communication as well as for learning of each other or the lively exchange of their own stories and experiences.

    In the early 16th century Sinti & Roma had wandered down until the andalusian South-Spain of which they as wellabsorbed the arabian influences of Flamenco into their own music as before the mid-east melodies of arabic countries, the hungarian Çsardas or as well as italian lovesongs or french Musette-waltzes - all the kind of music they have been taking over while travelling before. All these influences live on in their own music of Sinti and Roma and especially in the so called „Jazz-Manouche“ who combines all these kind of influences into one.

    Jazz-Manouche, Sinti-Swing, Gypsy-Jazz – the first unique european style of Jazz

    The so called „Jazz-Manouche“, „Sintiswing“, „Gypsyjazz“ or earlier "Zigan"-Jazz as well as the music of Sintis (especially the french heritage of "Manouches" or "Bohemians" (as Sintis are called in France) - this music has many names. But all together the music has a strong passion for guitar in it.
    Released by the musical genius of Jean-Baptiste "Django" Reinhardtwho was born in belgium and raised in the area around Paris, the story of Gypsyjazz is closely related to his name, the man who lead the Jazzguitar in european Jazz into what it is today - a wonderful
    Solo-instrument which it wasn´t before him.(Image left below: Django Reinhardt, 1951)

    django1951

    Born as Jean-Baptiste "Django" Reinhardt 23. January of 1910 in belgian village of Liberchies in the near of Charleroi, Django Reinhardt raised in the early 1920ies together with his mother „Negros“ and his younger brother Joseph "Nin-Nin" , mainly in the area of the french Metropol of Paris.

    From his father, a well known and repected musician amongst Sintis, he learned to play the Banjo and, very quickly known for his great talent and virtuosity, at the age of 12 he soon played with famous Musette-Musicians like Vétese Guérino, on their apereances at the „Bal de Musettes“ around Paris.

    Inspired bythe american Jazzmusicians that used to play around the parisian Nightclubs, mostly soldiers that had come to europe in first worldwar and had stayed in Paris, Django Reinhardt soon changed over to play guitar a couple of years later.
    He used to play and copy all the Jazz-tunes that heared at that time, imitating their sound, as well as beeing inspired of the music of his own culture, but as well as of classical composers like
    Bach, Debussy or Grieg (whose music he really adored).DjangosHand2
    All that he connected into his own melange of music with great virtuosity into the sound of Jazz-Manouche.

    Due to his heavy injuries of his left hand that he received by the inferno of his burning caravan at the age of 18 which he survived in last second, Django wasn´t able to well move the pinky of his left hand. Additionally his ringfinger wasn´t able to move very well without pains. It seems that after a time he was able to play some certain chords with them partly but not use the two for soloing (see photo right, Django´s left hand).

    For more infos about Django and his life see „Django & Guitars -> Django - the Guitar-Maestro or Django - private life“.

    It seems that all these disablities kept Django Reinhardt from playing normal major- or minor-barré chords. Instead he developed his very own and unique playtechniques not only for these chord-voicings but as well for soloing... some passages of his solos Django played just with his two left over healthy fingers (Pointer and middlefinger)!

    All his special techniques, including his chordvoicings and solotechniques left his deep footsteps in the Jazz-Manouche until today. Later on these newly created voicings and chordchanges were copied and taken over by other Jazz-Guitarrists and musicians, entering today´s Jazzguitar-playing styles and techniques.

    His great influence leads deeply into modern Rock and Jazzmusic. Famous guitarrists like Charly Christian, Barney Kessel, Les Paul, Chet Atkins, John McLaughlin, Pat Metheney, Carlos Santana, Eric Clapton, Gary Moore, Wes Montgomery, Joe Pass (a.m.m.) and of course many of todays Sinti-heritage and guitarrists call Django Reinhardt as their "main-influence" of their own guitarplaying.

    The sound of Jazz-Manouche and the instruments


    So as explained earlier the Sound of Jazz-Manouche is strongly influenced by the playingstyle of Django Reinhardt as well as the many french guitarrists of that time like the brothers Ferré, Henri Crolla or Marcel Bianci and many more.

    They all played on specially designed guitars that created this special sound as well as their players.These acoustic Jazzguitars were built from the early 1930ies to 1950ies by the Selmer-company, which still exists today but furthermore only focuses on building Saxophones and Clarinetts.Werbeplakat Selmer 1933

    (Image left: Advertising poster of Selmer in 1933, Django with a D-hole Selmer)

    In the early 1920ies Mario Maccaferri, an italian luthier who immigrated to Paris/France, working for the Selmer-company in 1932-33, designed these special guitars on special demand of guitarrists of that time.selmer kopie mvoigt no16 kl

     

    The specialty of these guitars is their unique making with a big D-shaped soundhole and a special sound-chamber inside the body which was supposed to give some kind of additional volume (compareable  like a subwoofer). By that these guitars were much louder than common acoustic guitars of that time. By their special making these guitars have a very midranged, nosy and as well very assertive sound.

    Some years later, around 1936 shortly before he left the company, Maccaferri developed another guitarmodel on order of Selmer. As the D-hole-models still weren´t loud enough to compete with the strong dominance of brass-sections in the Jazzbands of that time, Macafferri developed the so called O-hole Selmer-model "Jazz". This guitar was made famous by Django Reinhardt who played these until his sudden death in 1953.
    (Image right: Selmer-O-hole copy 2012, Matthias Voigt, Leipzig)

    This guitar again has a very special making inside, using different bracings, while thru the O-hole the sound is beeing "pressed outside" , thus the guitars beeing even louder than the D-hole models, so they are suited especially well as solo guitars.

    Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France

    The "Quintette du Hot Club de France" founded in 1933 is mentioned by Jazz-Historians as one of the most successful european Jazzbands.

    In 1932/33 Django Reinhardt is playing inside „Hotel Claridge“ in Paris. At one of these gigs Django Reinhardt meets violonist  Stéphane Grappelli, Roger Chaput (Git.) and Louis Vola (Bs.). All these four musicians play, together with Django´s younger brother Joseph, as dance-musicians in this hotel. While not allowed at sets, they jam on their favoured jazz-tunes in the freetime of their breaks in a backroom of the hotel.

    One day the two Jazzfans Pierre Nourry and Charles Delaunay of the french association "Hot Club de Jazz" get to be whitnesses of one of these jamsessions, excited they emmidiately organize the first recording-sessions for the label "Ultraphone" in Dezember 1934. Charles Delaunay will become the Manager and Mentor of the Band later on.

    The Band "Quintette du Hot Club de France" was to become worldfamous in the later 1930-50ies, as well off their recordings as of live-performances. The Sound of this group, mainly made up from string-instruments (guitars, violin, doublebass) stamped the term „String-Jazz“, which means the style of Jazz-Manouche, becoming one of the only unique styles of Jazz created in Europe.

    Django Reinhardt dies at †16.May 1953 in Samois-sur-Seine at the age of only 42 years by an apoplectic stroke. Read more on -> Django - the Guitar-Maestro

    In the early 1960-70ies the Sound of Jazz-Manouche get popular also in germany inspired by great Sinti-musicians like Schnuckenack Reinhardt, Hännsche and Lulu Weiss or Titi Winterstein, becoming famous and highly accepted. In the following years the heritage of french Manouches of the Reinhardt-family is taken up again. Most famous players of this music today are Stochelo Rosenberg, Fapy Lafertin, Bireli Lagrene, Romane, Angelo DeBarre, Dorado und Tschawolo Schmitt, Lollo Meier, Wawau Adler a.m.m. djangomemorial kl

    There is a very active and living Jazz-Scene of Sinti- and Non-Sinti-Musicians (Gadjos) which still play the sound of Django Reinhardts and the "Quintette du Hot Club de France"even modernizing and developing it further.

    Also worldwide there are a couple of international festivals of the style e.g. the annual „Django Reinhardt Memorial“ in Augsburg (germany), the „Djangofest Nothwest“ in Langley (Washington, USA) or the „Festival Django Reinhardt“ in Samois-sur-Seine (France), the place where Django Reinhardt used to live until his sudden death in
    1952.

    And there are LIVE- and Online-Guitarworkshops by Guitarrists of the Jazz-Manouche-Style.

     Respect, tolerance and understanding


    When it comes to music since centuries Sinti
    -Musicians have always been welcome guests about everywhere, just no personal contact is wanted. When they have played they should leave the better for good and go back on their trail. "Mama get the laundry in, the gypsies are coming..." - like that thought and regrettably event today still think some people.

    Antiziganism and sublimal racism contains ressentiments and prejudices against Sinti and Roma, building up on imaginary images of gypsies that were and still are unconciously projected on these people without thinking about it at all.
    Our knowledge about the life of Sinti and Roma was always limited in the past, as there are no written sources of them at all. Most of the informations that we have about them today were collected and compiled by non-Sinti.

    Also in germany there still is a kind of rejection against these so called „Zigeuner“ (Gypsies) - the people of Sinti and Roma. The tolerance in western societies is barely small and the common prejudices are widely spread. Actually one may recognize this by the again raised discussion about "indigence immigration" in several european countries.

    Actually prejudices never tell something about the people that are it´s victims as on those who use them!  Discrimination already starts by thinking badly about other human beeings...

    When in the early 1980ies i had my first personal contacts with Sintis and some relatives of the famous Reinhardt-family in south Germany, where we played for them very often, i didn´t have a clue about the rules or regulations and traditions amongst the Sintis. Thru my personal contact and many experiences in this time and later on my respect grew and a different understanding increased for them.

    My own prejudices and things i had sceptical or rejecting meaning about, changed and developed into greater understanding and perception about a culture that has been marked by antiquated opinions, expulsion and refusal.
    The fact that a culture like those of the Sinti and Roma cuts itself off and stays amongst themselfes hence on account of the centuries of experienced negative, is just more than normal and clear to understand...

    A great part of missunderstanding and mutual rejection of our people has to do with ignorance, with people "often not wanting to know better", as well as with missing common human respect and tolerance against each other. 
    For myself i mostly found that Sintis were almost always hospitable and friendly to me - but as you name it, you´ll get it back - if you are not friendly to others, who will wonder if they aren´t to you?

    Surely as a "Gadjo" that i am (Romanes f. Non-Gypsy) i am as well often not sympathetic with some negative aspects in the culture ofSinti and Romas, maybe i just dont understand them. And also i had to make my negative experiences with some of them sometimes. Well: there are good and bad people in all countries and mankind all over the planet, as in mine as well...

    bertino 2011 011Let´s take the music to build bridges of understanding and appreciation, because music is an international language that every one understands, no matter what colour, race or nationality one may ever be. 

    Maybe one day it will arise more understanding and tolerance for each other, as for Sinti and Roma so they might be accepted in our own society as normal human beeings, beeing treated with the nessesary respect and dignity that everyone of us should receive in this world.

    Think of it: in the universe we all are strangers no matter where we come from!

    Bertino Rodmann
    (19.01.2014)

     

    Article "Musik der Sinti & Roma" written by Bertino Rodmann for the Rotary Magazine, issue 02/2014 ©2014 Rotary Magazine

     

    Sources:

      • Michel Dregni - „Django – the life and music of a gypsy legend“

    Rights for images ©:

      • Völkerwanderung - Roma News Society
      • Django Reinhardt 1951 + Django´s Hand – Baro Winterstein
      • Matthias Voigt Selmer Kopie + Samois 2010 (Sintimusiker) – Bertino Rodmann
      • Django Reinhardt Memorial – Hotclubnews.de
      • Photos Bertino Rodmann – © Bertino Rodmann

     


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  • Musik der Sinti & Roma

    ROTARY_Magazin_0214

    Die Musik der Sinti und Roma

    (Autor: Bertino Rodmann, Rotary Magazin 02/14)


    Arabeske Melodien, Balkan-Musik, ungarischer Çsardas, Jazz-Manouche oder Gypsyjazz, französischer Valse Musette, spanischer Flamenco – die Musik der Sinti und Roma hat viele verschiedene Farben, Gesichter und Einflüsse, die so vielfältig wie verschiedenen Volksgruppen (der oft als „Zigeuner“ bezeichneten Menschen) des Volkes der „Sinti und Roma“ sind.

    Zunächst einmal ist es bei der Beschäftigung mit der Musik der „Sinti und Roma“ zum besseren Verständnis sicherlich hilfreich ein Stück mit weit verbreiteter Unwissenheit aufzuräumen und ebenso wichtig sich mit gewissen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

    Zum weiterlesen bitten eines der folgenden Themen anklicken:
     

    Geschichtlicher Hintergrund

    historische bewegungenDie internationale Bürgerrechtsbewegung der „Zigeuner“ benutzt heute nur noch den Begriff „Rom“ oder „Roma“ (Romanes, für: „Mann od. Mensch“) als Oberbegriff für beide Volksgruppen, während sich in Deutschland seit den frühen 1970er Jahren weitgehend die Unterscheidung und Bezeichnung "Sinti und Roma" durchgesetzt hat. Die Bezeichnung „Zigeuner“ (abgeleitet vom altdeut. „ziehende Gauner“) wird daher heute von der Mehrheit der Sinti und Roma verständlicherweise als diskriminierend abgelehnt.

    Das Wort „Zigeuner“ ist also eine immer noch (oder schon wieder?) meist eher diskriminierend gemeinte Fremdbezeichnung, welche leider viele Menschen in unserer deutschen Mehrheitsbevölkerung und auch Publizisten (meist unbewusst) leider immer wieder verwenden oder manchmal auch bewusst verwenden wollen.

    Etwa 10 Millionen Sinti und Roma leben z.Zt. in Europa, der grösste Teil davon in Osteuropa, Rumänien, Bulgarien, Albanien und im ehemaligen Jugoslawien. Die ersten Sinti und Roma wanderten laut den ersten Aufzeichnungen um das 14. bis 15. Jahrhundert in das deutsche Sprachgebiet ein.

    Die vor mehr als sechs Jahrhunderten in Deutschland, Osterreich und die angrenzenden Regionen (Italien, Slowenien, Böhmen, Elsass/Lothringen) eingewanderten Roma bezeichnen sich selbst als „Sinti“. Es gibt Theorien die diese Bezeichnung auf das heute in Pakistan gelegene Land „Sindh“ zurückführen. In Frankreich dagegen spricht man von „Manouches“ oder „Bohemiens“.
    (Bild links: Völkerwanderung der Sinti und Roma)

    Erst im 18. Jahrhundert dann entdeckten Sprachforscher direkte Parallelen zwischen dem altindischen Sanskrit und „Romenes“ oder „Romanes“ der Sprache der Sinti und Roma. Damit und durch spätere Nachforschungen gilt heute als halbwegs gesichert dass die „Sinti und Roma“ aus Nordwest-Indien stammen.
    Doch was diese Menschen damals bewog, ihre Heimat zu verlassen und Richtung Europa zu wandern, ist nach wie vor nicht genau bekannt. Möglicherweise war das damalige Vordringen des Islams eine der Ursachen. Eine weitere Theorie besagt, dass die Sinti und Roma von damaligen Feldherren und Eroberern wie z.B. „Alexander dem Grossen“ bei ihren Eroberungen zu Tausenden als Sklaven in Richtung Europa verschleppt worden seien.

    Hintergrund war aber kein, ihnen leider oft (besonders zu Zeiten der Naziverfolgung) unterstellter ethnisch begründeter „nomadischer Wandertrieb“, sondern sie waren meist durch Kriege, Verfolgung, Vertreibung oder auch aus rein wirtschaftlicher Not dazu gezwungen weiter zu ziehen. Viele von Ihnen sind heute längst sesshaft geworden. Die Migration der Sinti und Roma von Indien bis nach Mitteleuropa dauerte weit über 500 Jahre.

    Die Sinti und Roma, Ihre Geschichte und ihr Schicksal sind von den politischen Entwicklungen in Europa stärker geprägt worden, als die irgendeines anderen Volkes. Denn nie hatten die Roma einen eigenen Staat oder eine eigene Regierung, die sich für ihre Belange einsetzte. Während jedoch Hunderttausende Roma und Sinti n den grossen Weltkriegen zwischen den europäischen Staaten, u.a. oft auch als Soldaten, zum Opfer fielen haben sie selbst nie einem anderen Volk den Krieg erklärt !

    Die musikalische Geschichte der Sinti und Roma


    Im Volk der Sinti und Roma gab und gibt es seit jeher viele unterschiedliche „Berufsgruppen“. So sind z.B. die als „Sintis“ bezeichneten Menschen in erster Linie zumeist die Musiker unter den oft fälschlicherweise auch als „fahrendes Volk“ bezeichneten Sinti und Roma.
    Allerdings gab und gibt es auch bei den Sintis (Musikern) dennoch immer auch schon viele andere Berufe wie Kaufleute (Händler) oder handwerkliche Berufe wie Metallarbeiter (früher auch Kesselflicker oder Hufschmiede), Korbflechter, Schreiner (Holzarbeiter), Schneider uvm., aber auch Maler oder Geschichtenerzähler (heute würde man sie Schriftsteller nennen), Artisten, Gaukler und viele andere künstlerische Berufe.

    Sehr viel zu meinem eigenen Verständnis ihrer Musik beigetragen hat für mich die Beschäftigung mit der Kultur der Sinti und Roma. Wie lebten (und leben) Sinti und Roma und was für einen Einfluss hat das auf ihre Musik gehabt? Warum ist ihre Musik so wie sie ist, so vielfältig, oft sehr schnell, laut und ungestüm, dann wieder langsam, weich und schmeichelnd, melancholisch oder tragisch. Oft auch einfach nur wunderschön.


    Musik der Sinti und Roma

    Hierzulande sind besonders meist osteuropäische Musikstile als "Gypsy- oder Zigeuner-Musik" bekannt. Vor allem die ungarische Musik ist stark von der musikalischen Tradition der Sinti und Roma geprägt.
    Bereits im 15. Jahrhundert spielten dort oft kleinere Sinti-Musikkapellen an den Höfen der damaligen Habsburger Herrscher. Diese Kapellen bestanden in der Regel aus einer Besetzung von Streichinstrumenten, Klarinetten und einem Cymbale (grosse Zither) und wurden meist von einem Geige spielenden Solisten (Primás) angeführt. Dadurch hat diese Art der "Gypsy-Musik" in Ungarn eine lange Tradition.

    Die durch Jahrhunderte lang währende Vertreibung, Sklaverei und Unterdrückung geprägten Sinti und Roma waren gezwungen ihre Familien auf ihren Wanderungen irgendwie zu ernähren. Und so spielten die Sinti-Musiker
    in den jeweiligen Ländern in welchen sie sich grade aufhielten bevorzugt eben die Musik die dort verlangt wurde.
    Oft auf Festen, zu Feiern, Hochzeiten, Begräbnissen oder anderen Anlässen, da wo sie eben zum musizieren eingeladen wurden – ihre sprichwörtliche Musikalität war schon damals sehr ausgeprägt und hoch angesehen.

    Die grosse Virtuosität der Sinti-Musiker und die Leidenschaft ihres Vortrags haben die Musik der Sinti und Roma
    seit jeher in ganz Europa und weltweit ausserordentlich populär gemacht. Musikstücke mit dem Zusatz "Zigeuner" zeugen dabei von dem grossen Anteil innerhalb der romantischen Instrumental- und Operettenliteratur. Bekannteste Beispiele sind Stücke wie der "Zigeunerbaron" von Johann Strauss oder die "Zigeunerliebe" von Franz Lehár. Berühmt wurde die spezifische, von den Sinti-Musikern oft verwendete und später so genannte "Zigeuner-Tonleiter", die auch schnell den Weg in die klassische Musik fand, etwa durch die Klavierkompositionen von Franz Liszt, der diese spezielle Skala in vielen seiner Klavierwerke verwendet, etwa in seinen "Rhapsodien".

    gypsyskala mollAuch die starke, emotionale Wirkung der Musik der Sinti und Roma hat ihre Zuhörer über Jahrhunderte immer schon beeindruckt und in ihren Bann gezogen.
    Der französische Komponist Claude Debussy beispielsweise traf 1910 in Budapest den ungarischen Roma-Musiker Bela Radics und schrieb über dessen Spiel in einem Café: "Er eröffnet den Seelen jene spezielle Schwermut, die wir nur selten erleben können und entreisst ihnen alle Geheimnisse - nicht mal ein Safe wäre vor ihm sicher."

    Aber die Fähigkeit, bestimmte Dinge spielen zu können und deshalb vor allem besser als andere (lokale) Musiker darin sein zu müssen, war gleichzeitig ihr Kapital mit dem die Sinti ihren Lebensunterhalt auf ihren Reisen verdienen konnten (und mussten). Es war daher also nicht nur lebensnotwendig, ein Instrument gut zu beherrschen, sondern auch möglichst viele Lieder der Länder zu kennen, die sie bereisten. Dies erklärt auch ihre oftmals aussergewöhnliche und grossartige Virtuosität auf unterschiedlichsten Instrumenten und ihr oft riesiges Repertoire.
    Und das nicht nur aus „Gott gegebener Musikalität“ oder „natürlicher Vererbung“ wie oft angenommen sondern auch aus dem grossem Fleiss und investierter Arbeit welche für eine solche Virtuosität ebenso notwendig ist. Stundenlanges Üben ist dabei absolute Pflicht, das weiss ein jeder Musiker der ein Instrument zu spielen versteht...
    stochelo lollo  fapy kl(Bild links: Stochelo Rosenberg, Fapy Lafertin und Lollo Meier)

    Bereits früh etablierte sich auch die „musikalische Ausbildung“ ihrer Nachkommen auf ihren Reisen.
    So wurden Lieder und bestimmte Fähigkeiten und Tricks auf einem Instrument meist nur vom Vater an den Sohn und vom Onkel an den Neffen dabei aber immer nur untereinander und rein mündlich weitergegeben. Dies ist bis heute bei den Sintis auch so Tradition geblieben; es gab und gibt bis heute nur relativ wenige Sintis die das Noten-Lesen oder -Schreiben beherrschen oder dies auch lernen wollen. Einen hohen Stellenwert hat Musik seit jeher in der Gesellschaft der Sintis dennoch immer schon gehabt und gute Musiker sind in ihrer Gemeinschaft hoch angesehen und werden durchaus geschätzt und verehrt.
    Wann immer sich Sinti-Musiker treffen wird auch relativ bald musiziert. Musik dient dabei genauso als Kommunikation wie auch als Lernmedium und lebendiger Austausch von Geschichten und Erlebnissen.

    Im frühen 16. Jahrhundert so besagen die Überlieferungen, waren die Sinti und Roma bis ins andalusische Südspanien vorgedrungen, dessen (arabische) musikalische Einflüsse sie im Flamenco ebenso absorbierten, verarbeiteten und für ihre eigene Musik übernahmen, wie schon zuvor fernöstliche Melodien, den ungarischen Çsardas, italienische Liebeslieder oder die französischen Musette-Walzer – alles Musikstile der Länder, die sie zuvor bereist hatten. All diese Einflüsse leben bis heute in der Musik der Sinti und Roma und damit ganz besonders in dem so genannten „Jazz-Manouche“ fort, der alles dieses miteinander vereint.

    Jazz-Manouche, Sinti-Swing, Gypsy-Jazz – der erste, eigenständige europäische Jazzstil

    Der sog. „Jazz-Manouche“, „Sintiswing“, „Gypsyjazz“ oder früher "Zigeuner"-Jazz also die Musik der Sintis und speziell der Nachfahren der französichen "Manouches" oder "Bohemians" (wie die Sintis in Frankreich genannt werden) hat viele Namen. Ihnen allen gemeinsam ist die starke Verbreitung der Gitarre in dieser Musik.

    Ausgelöst massgeblich durch die musikalische Genialität des in Belgien geborenen und in Paris aufgewachsenen Sintos Jean-Baptiste "Django" Reinhardt , der die Jazz-Gitarre im europäischen Jazz zu dem gemacht hat was sie heute noch ist (einem wunderbaren Soloinstrument), ist die Geschichte des Gypsyjazz sehr eng mit seinem Namen verknüpft.

    django1951(Bild links: Django Reinhardt, 1951)

    Geboren am 23. Januar 1910 als Jean-Baptiste "Django" Reinhardt im belgischen Liberchies in der Nähe von Charleroi, wuchs Django Reinhardt in den frühen 20er Jahren zusammen mit seiner Mutter „Negros“ und seinem jüngeren Bruder Joseph "Nin-Nin" hauptsächlich im Raum Paris auf.

    Von seinem Vater, einem unter Sintis ebenfalls bekannten Musiker, lernte er zunächst das Banjo zu spielen und begleitete, schon damals schnell für seine grosse Virtuosität bekannt, bereits im Alter von 12 Jahren berühmte Musette-Musiker wie Vétese Guérino, bei ihren Auftritten auf den „Bal de Musettes“ im Paris der frühen 20er Jahre.

    Inspririert durch die in den damaligen Pariser Jazz-Clubs spielenden amerikanischen Jazz-Musiker, meist Soldaten die nach dem 1. Weltkrieg in Paris geblieben waren und die dort den neuen Sound des „Jazz“ spielten, wechselte Django Reinhardt ein paar Jahre später recht schnell zur Gitarre. DjangosHand2
    Er spielte die Jazz-Lieder die er damals hörte nach und imitierte deren Sound, inspiriert und geprägt durch den musikalischen Wortschatz der Musik seiner eigenen Vorfahren der Sinti und Roma,aber auch der klassischer Komponisten
    wie Bach, Debussy oder Grieg, die er sehr liebte und verehrte. All diese Einflüsse verknüpfte er mit grossartiger Virtuosität zum Sound des Jazz-Manouche.

    Aufgrund der schweren Verbrennungen seiner linken Hand (siehe Foto rechts) die er mit 18 Jahren beim Brand seines Wohnwagens erlitten hatte, war Django Reinhardt nicht mehr in der Lage, seinen kleinen Finger der linken Hand richtig zu bewegen. Ebenso war der Ringfinger anscheinend nur noch sehr eingeschränkt beweglich. Hierdurch war es ihm zwar möglich, diese beiden Finger teilweise bei manchen Akkorden einzusetzen, nicht aber beim Solospiel. (Bild rechts: Django´s Hand)

    Weitere Infos hierzu auf der Website www.jazzmanouche.de unter „Django & Guitars -> Django - the Guitar-Maestro -> Django - the Guitar-Maestro“.

    Anscheinend war es Django Reinhardt auch nicht mehr möglich, normalerweise mit dem Ringfinger und dem kleinen Finger gespielte Dur- oder Moll-Barré-Akkorde auf der Gitarre zu greifen. Deshalb entwickelte er seine ganz eigene Grifftechnik, nicht nur für diese eigenen Chord-Voicings generell, sondern auch für sein Solospiel und perfektionierte dies alles. Django spielte teilweise durchaus lange Passagen seiner Soli nur mit zwei Fingern (Zeige- und Mittelfinger)!

    Alle seine speziellen Grifftechniken, inklusive seines Akkord- und Solospiels, spiegeln sich daher auch in dem sehr stark durch Djangos Spieltechnik geprägten Jazz-Manouche bis heute wieder. Diese durch Django Reinhardt erdachten und erstmals von ihm auf der Gitarre gespielten speziellen Chord-Voicings wurden später auch von vielen anderen Jazz-Gitarristen kopiert und fanden dadurch erst Eingang in das heute übliche Jazzgitarrenspiel.

    Sein Einfluss auf das Gitarrespiel reicht bis weit in die moderne Rock- und Jazz-Szene hinein. Berühmte Gitarristen wie Charly Christian, Barney Kessel, Les Paul, Chet Atkins, John McLaughlin, Pat Metheney, Carlos Santana, Eric Clapton, Gary Moore, Wes Montgomery, Joe Pass (u.v.m.) und natürlich auch viele der heutigen Sinti-Gitarristen benennen bis heute Django Reinhardt als einen massgeblichen, grossen Einfluss in ihrem eigenen Gitarrespiel.

    Der Sound des Jazz-Manouche und seine Instrumente


    Der Sound des Jazz-Manouche ist daher stark geprägt durch diese speziell von Django Reinhardt entwickelte Spielweise, die von vielen französischen Gitarristen der damaligen Zeit wie den Gebrüdern Ferrét, Henri Crolla

    Werbeplakat Selmer 1933

    und anderen, auf speziell dafür entwickelten Gitarren ebenfalls nachgeahmt wurde und die den Musik-Stil so mitbegründeten und ebenfalls mit beeinflussten.

    Diese akustischen Jazzgitarren wurden als erste in den frühen 1930er Jahren von der Fa. Selmer gebaut, die zwar heute auch noch existiert, sich aber seit Ende der 1950er Jahre nur noch auf den Bau von Blasinstrumenten (Saxophone, Klarinetten) spezialisiert hat.

    (Bild links: Werbeplakat der Fa. Selmer von 1933, Django m. D-Loch Selmer)

    In dieser Zeit entwickelte Mario Maccaferri, ein nach Frankreich immigrierter italienischer Gitarrenbauer (selbst ein bekannter klassischer Gitarrist und Schüler von Segovia) der in den Jahren 1932-33 für die Fa. Selmer als Gitarrenbauer arbeitete, diese speziellen akustischen Gitarren auf Wunsch der damaligen Gitarristen. selmer kopie mvoigt no16 kl

     

    Das Besondere an diesen Gitarren sind u.a. ihre Bauform mit dem speziellen grossen D-förmigen Schalloch (D-Loch genannt) und eine spezielle Soundkammer die im inneren der Gitarre für eine Art „Verstärker-Effekt“ sorgen sollte. Dadurch waren diese Gitarren im Gegensatz zu herkömmlichen Akustik-Gitarren um einiges lauter. Durch ihre spezielle Bauform haben die Selmer-Gitarren einen sehr mittenreichen, eher „näselnden“ Klang der gleichzeitig aber sehr durchsetzungsfähig ist.

    Da diese D-Loch Modelle mit ihrem Klang immer noch nicht ganz den Ansprüchen der damaligen Sologitarristen gerecht wurden, die sich oft akustisch gegen eine starke Dominanz an Bläsern in den Jazz-Bands durchsetzen mussten (damals gab es noch keine Verstärker), entwickelte Maccaferri etwa um 1933/34 im Auftrag der Fa. Selmer dann das spätere Nachfolgemodell, die Gitarre, welche durch Django Reinhardt berühmt gemacht wurde und die er bis zu seinem Tode 1952 auch noch spielte, nämlich das Selmer-Modell „Jazz“ (beziehungsweise das sog. Selmer „O-Loch“-Modell).
    (Bild rechts: Selmer-O-Loch Kopie , Matthias Voigt, Leipzig)

    Diese Gitarre hat intern wiederum eine sehr besondere Bauform, das charakteristische an ihr aber ist ihr kleines, O-förmiges Schalloch. Durch dieses wird der Schall quasi gebündelt nach aussen „gedrückt“ wodurch sie nochmals etwas lauter als o.g. D-Loch-Modelle sind und sich daher besonders gut als Solo-Gitarren eignen.

    Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France

    Das 1933 gegründete "Quintette du Hot Club de France" wird von Jazz-Historikern als eine der erfolgreichsten, europäischen Jazzbands bezeichnet.

    Im Jahr 1932/33 spielt Django Reinhardt als Gitarrist im „Hotel Claridge“ in Paris. Bei einem dieser Auftritte trifft Django Reinhardt auf den Geiger Stéphane Grappelli, Roger Chaput (Git.) und Louis Vola (Bs.). Diese vier Musiker spielten in dieser Zeit zusammen als Tanzband in jenem Hotel. Mit von der Partie ist auch noch Django´s jüngerer Bruder Joseph. In den Pausen zwischen ihren Sets jammen alle zusammen immer ihre Jazz-Lieblingstitel im Hinterzimmer des Hotels.

    Eines Tages wurden die beiden Jazzfans Pierre Nourry und Charles Delaunay vom französischen "Hot Club de Jazz" Zeugen einer dieser Sessions und organisierten begeistert anschliessend sofort die ersten Aufnahme-Sessions für das Label "Ultraphone" im Dezember 1934. Charles Delaunay wird fortan der Manager und Mentor der Band.

    Die Band des "Quintette du Hot Club de France" wurde in den 1930-50er Jahren in ganz Europa berühmt, sowohl durch ihre Schallplatten als auch ihre LIVE-Auftritte. Der Sound des damals nur aus Saiteninstrumenten bestehenden Quintetts prägte massgeblichen den auch als „String-Jazz“ bezeichneten Stil des Jazz-Manouche, der seither als der erste und einzige eigenständige Jazzstil Europas gilt.

    Django Reinhardt verstirbt am †16.05.1952 in Samois-sur-Seine im Alter von nur 42 Jahren an den Folgen eines Hirnschlages. Weitere Infos hierzu unter "Django - the Guitar Maestro".

    In den frühen 1960-70er Jahren wird der Sound des Jazz-Manouche auch in Deutschland durch grossartige deutsche Sinti-Musiker wie Schnuckenack Reinhardt, Hännsche und Lulu Weiss oder Titi Winterstein erneut populär gemacht. In späteren Jahren übernehmen meist Nachfahren und Verwandte der berühmten französischen Familie Reinhardt mit Musikern das grosse Erbe des berühmten Sinti-Gitarristen Django Reinhardt und führen es fort.
    Bedeutendste Vertreter dieser Musik sind heute Stochelo Rosenberg, Fapy Lafertin, Bireli Lagrene, Romane, Angelo DeBarre, Dorado und Tschawolo Schmitt, Lollo Meier, Wawau Adler u.v.m. Mehr Infos über diese Musiker hier.djangomemorial kl

    Es gibt bis heute eine weltweit aktive und lebendige Jazz-Szene von Sinti- und Nicht-Sinti-Musikern (Gadjos) welche den Sound und die Musik Django Reinhardts und des "Quintette du Hot Club de France" mit Begeisterung spielt und weiterführt, ja sogar weiter entwickelt und modernisiert.

    Auch gibt es weltweit eine Reihe von internationalen Musik-Festivals diese Stils wie z.B. das alljährlich stattfindende „Django Reinhardt Memorial“ in Augsburg (BRD), das „Djangofest Nothwest“ in Langley (Washington, USA) oder das „Festival Django Reinhardt“ in Samois-sur-Seine (France), dem Ort in welchem Django Reinhardt bis zu seinem frühen Tod 1952 gelebt hatte.

    Und es gibt mittlerweile einige LIVE- und Online-Gitarrenworkshops von Gitarristen des Jazz-Manouche-Stils, die anderen interessierten Gitarristen das Gitarrespiel dieses Stils näher bringen.

     

     Respekt, Toleranz und Verständnis

    Sinti-Musiker sind seit vielen Jahrhunderten wegen ihrer Musikalität überall gern gesehene Gäste, nur persönlich möchte man lieber keinen Kontakt mit Ihnen haben. Wenn Sie gespielt haben, sollen sie also bitte wieder ihres Weges ziehen. „Mutti hol die Wäsche rein, die Zigeuner kommen...“, so oder so ähnlich dachten und denken heute leider immer noch viele Menschen, auch hierzulande.

    Antiziganismus und unterschwelliger Rassismus beinhaltet Ressentiments und Vorurteile gegen Sinti und Roma, die auf imaginären Zigeunerbildern aufbauen, die ohne Nachdenken auf die Menschen dieser Minderheit übertragen wurden und werden.
    Unser Wissen über das Leben der Sinti und Roma war in der Vergangenheit immer sehr begrenzt, da es keine eigenen, von Ihnen selbst verfassten Schriftquellen gibt. Die meisten Informationen, die es heute über Sinti und Roma gibt, wurden von Nicht-Sintiund -Romagesammelt und weiter gegeben.

    Auch in Deutschland gibt es immer noch eine allgemeine Abneigung gegen die oft abwertend „Zigeuner“ genannten Menschen des Volkes der Sinti und Roma. Die Toleranz in der Bevölkerung für diese Menschen ist oft sehr gering und die weit verbreiteten, verallgemeinernden Vorurteile sind als beschämend zu bezeichnen.
    Dies kann man gerade an der aktuell wieder aufgeflammten Diskussion zum Thema „Armutseinwanderung aus Rumänien“ sehr gut sehen.

    Vorurteile jedoch sagen nie wirklich etwas aus über die Menschen, die sie beschreiben - Vorurteile sagen jedoch sehr viel aus über die Menschen, die diese Vorurteile benutzen. Diskriminierung beginnt immer schon mit der Geringschätzung Andersdenkender.

    Als ich Anfang der 1980er Jahre meinen ersten persönlichen Kontakt mit Sintis und dabei einigen Verwandten der bekannten Familie Reinhardt in Süddeutschland hatte, wir dort mit unserer damaligen Band viel für sie gespielt haben, hatte auch ich noch keinerlei Wissen über die Traditionen und Gebräuche der Sintis. Durch meinen persönlichen Kontakt, durch viele verschiedene Erlebnisse in dieser Zeit und auch später wuchs jedoch mein Respekt und auch ein anderes Verständnis für ihre Sitten und Verhaltensweisen.

    Vieles zu dem auch ich vorher eher skeptische und ablehnende Ansichten oder Vorurteile gehabt hatte, wandelte sich später in Erkenntnis und Verstehen einer Kultur die durch Jahrhunderte lange Verfolgung, Vertreibung und Ablehnung geprägt ist. Dass sich eine Kultur wie die der Sinti und Roma aufgrund des Jahrhunderte lang erlebten Negativen abschottet und einigelt ist daher nur normal und verständlich.

    Ein Grossteil des Unverständnisses und der gegenseitigen Ablehnung unserer beiden Völker aber hat schlicht mit Unwissenheit, dem oft nicht vorhandenen „Verstehen wollen“, mit allgemein menschlichem Respekt oder mit schlichtweg fehlender Toleranz dem anderen gegenüber zu tun. Ich selbst habe Sintis jedenfalls fast immer als ein sehr gastfreundliches und angenehmes Volk erlebt – aber: wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es eben oft auch wieder heraus...

    Sicherlich bin auch ich als Gadjo (Romanes f. Nichtzigeuner) mit manchen negativen Seiten in der Kultur der Sinti und Roma nicht immer einverstanden, habe manchmal auch kein Verständnis dafür. Und auch ich habe (leider!) schon eigene, negative Erfahrungen mit einigen Sintis machen müssen. Aber: es gibt gute und schlechte Menschen in jedem Volk dieser Erde, auch in unserem eigenen.

    bertino 2011 011Nehmen wir daher die Musik zum Anlass um Brücken des Verständnisses zu bauen, denn die Musik ist eine universelle Sprache die jeder Mensch versteht, völlig unabhängig seiner Hautfarbe, Rasse oder Nationalität.

    Vielleicht kann so eines Tages mehr Verständnis und die Toleranz füreinander wachsen und auch Sinti und Roma werden in unserer Gesellschaft als ganz normale Menschen wahrgenommen werden und Ihnen wird mit dem notwendigen Respekt und Anstand begegnet werden der Ihnen wie jedem anderen Menschen auf dieser Welt auch gebührt.

    Man bedenke: im Universum sind wir alle Ausländer!

    Bertino Rodmann
    (19.01.2014)

     

    Artikel "Musik der Sinti & Roma" von Bertino Rodmann, geschrieben für das Rotary Magazin Ausgabe 02/2014 in voller, ungekürzter Fassung ©2014 Rotary Magazin

     

    Quellenangaben:

      • Michel Dregni - „Django – the life and music of a gypsy legend“

    Bildrechte:

      • Völkerwanderung - Roma News Society
      • Django Reinhardt 1951 + Django´s Hand – Baro Winterstein
      • Matthias Voigt Selmer Kopie + Samois 2010 (Sintimusiker) – Bertino Rodmann
      • Django Reinhardt Memorial – Hotclubnews.de
      • Fotos Bertino Rodmann – Hinrich Wulff Photography

     


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  • Neuerscheinung: Und eisig weht der kalte WInd...

    Buch-Neuerscheinung: "Und eisig weht der kalte Wind" von Riccardo Lenzi-Laubinger

    undewigblastderkaltewindDie spannende und ergreifende Geschichte der Familie Weiss-Laubinger von 1925 bis 2017. Auf 288 Seiten erzählt der Sinti-Autor Riccardo Lenzi-Laubinger von der Geschichte seiner Familie, von Vertreibung und Anfeindung, von Flucht und Wiederkehr.
    Mit Witz und Humor, aber ebenso ergreifend wie mitreissend wird die Familiengeschichte schonungslos und offen erzählt.

    Sehr empfehlenswert für jeden der sich für die wahre Geschichte einer Sinti-Familie jenseits von Vorurteilen oder Ressentiments interessiert!

    Paperback, 288 Seite, ISBN-13: 9783743189959
    Verlag: Books-on-demand
    Erscheinungsdatum: 12.12.2017
    Sprache: deutsch
    Preis: 14,99 €

    erhältlich auch bei Thalia.de oder Hugendubel.de
  • The Guitar in Gypsy-Jazz


    665_8To bring a little more clarity into the blurred public image of JazzManouche, Gypsy-Jazz or however one might want to call the Jazz-Music beeing played by Sinti-musicians, here we release an article that was written by Ernst Wilhelm Holl in the year 1999 as his dissertation.

    This dissertation-work focusses on the development of JazzManouche, as well as of the role of Django Reinhardt, the guitar in general and the general historical evolutions of this musicstyle.

    Not all things beeing said here i personly would like sign as well, but in general this huge dissertation has some interesting aspects to offer, in which Ernst Wilhelm Holl was able to collect some interesting information. So we think that it´s worth to be presented to a brighter audience here.
    Nevertheless personly i would especially reject his highly use of the word "Zigeuner" (german f. Gypsy) and "Zigeuner-Jazz" (e.g. german for Gypsy-jazz). This would be almost the same negative expression as if one would speak of "Nigger-Jazz" about the Jazzmusic played by coloured Saxophonists.
    For my opinion unfortunately here they´d handled a little bit too thick-skinned with the choice of words... beyond that there are some interesting aspects beeing presented thats why we release this Text with written permission of the author right here. We like to point out that all texts were taken over including ortographic or grammatical mistakes "as is".

    Now let´s get to the issue of the article, the Gypsy-Jazz a the extraction of the dissertation.

    The guitar in Gypsy-Jazz (von Ernst Wilhelm Holl)


    […]
    „Zigeuner-Jazz" (Gypsy-Jazz): this term has evolved in the early 1960ies as a variation of Swing, beeing played by german Gypsies. The Gypsy-Jazz is closely related to the music of the great french Gypsyguitarrist Django Reinhardt (*1910, +1953).“

    This quote defines one of the few definitions which is to find in literature about ‘Zigeuner-Jazz’ (or ‘Gypsy Swing’, ‘Gypsy Jazz’, Sinti-Jazz’, ‘Sinti-Swing’, ‘Jazz Manouche’). The short text leaves open many questions about it. How close one may relate this style to german Gypsies? Is Gypsy-Jazz really a variation of common "Swing-music"?10 Jordan Weiss jamming with Nello and Fapy Lafertin

    These are just a few questions that may arise by this text. The more it is nessesary to try to deeper define this issue.

    With this dissertation i will try to give a more complex definition of the term ‘Zigeuner-Jazz’. Relating the historical backgrounds since Django Reinhardt until today to the guitarristic analysis of certain aspects of playing the style will be developed here to closer define the so called "Zigeuner-Jazz".

    Also i will try to define the role of the person Django Reinhardt in this style, as the development inside the Gypsyjazz-scene that is related to his name. It is not to be discussed the role of Django Reinhardts in  Jazz-history, but furthermore to be pointed out his influences on certain aspects of the style.[…]

    The music of Gypsies

    […]
    „The music of Sinti, Manouches, Gitans and Roma in mid- and western-europe“ at the beginning of the 20. century is put together by „Gypsy-folklore“, is compounded by songs in „Romani or Romanes" (their own language) as well as mostly instrumental music of east-european origin. "The songs of the Gypsies are made up of mocking, drinking- or lovesongs, children-rimes or death complaints. The "Zigeunermusic" of east-european origin is made up from instrumental festivity-songs from balkan, the Ukraine or even russian origin played by Roma.“ Their mainform is the "Csárdás". Besides that the repertoire is made up from different sources: Romantic music, famous popular music and operas (e.g. Strauß or Léhar) and from common dace-tunes of the 19th century (Waltzes, Polkas).[…]

    02 Bertino and Jordan Weiss[…]"These adapted compositions were taken over because of their musical- and aesthetical qualities of their own traditions, thus had a special attraction to the Gypsymusicians by that reason. While playing at guesthouses and parties (the so called ‘Ständeln’, e.g. "playing around at places") these chosen songs also attracted the non-Gypsies ("Gadje" in Romanes) they mostly used to play for, thus beein well payed, as the playing was the main income of the Sintimusicians ever since. The french Manouches did the same by adapting famous Musette- or Chanson-tunes...“

    In similar this is also true for the Gypsies living in Spain and South-France that had come to Paris lter on, the so called "Gitanos", that were mainly influenced by the Flamenco as their musical roots but as well took over the influences of their new homelands. The musical presentations of the Gypsymusicians was always beeing characterized by their emotional and highly virtuos playing, with an inclination to virtuoso decoration or the change between Rubato, as well as long stood tones and shoot up to lively passages.
    Additionally the Gypsymusicians were well asked because of their excellent Picking-technisques on the guitars as accompanying bands, but also as solists within.[…]

    Les Bals Musettes


    […]The mainstream of popular music in Paris of the early 1920ies were the so called "Bals Musettes" (french for "Waltzing bals"), which is has also been called "music of the street and of the dancefloors". The base of this music has been the famous "Valse-Musettes" (Musette-Waltzes), that were additionally extended by Tangos, Paso-Dobles, Polkas, Foxtrotts, Javas, Charlestons and later on also Swingadaptions in the repertoires. The Accordeon is the main-instrument of this music, accompanged by bands in which banjo- or guitarplayers played a main role.
    bals_musettes
    The most famous guitarrists of that time besides Auguste Malha, called "Gousti", were the brothers Ferré: Étienne Ferré (1912-1970), called ‘Sarane’, Jean Ferré (1918-1989), called ‘Matelot’ and Pierre Ferré (1908-1976), called ‘Baro’. In the beginning of the 1930ies the brothers Ferré were soon to become famous names in the parisian musicscene, at first as  virtuos Banjo- or Bandurria-, later on as guitarplayers. Also they have been invited to recording-sessions with famous Accordeonists such as Jo Privat and others.

    The most famous of the three brothers was Sarane Ferré, who specialized on the music of the QdHCDF (Quintette du Hotclub de France), as well as Matelot Ferré, who mainly played in the tradition of the "Bals musettes". Matelot Ferret was engaged on numerous recordings of Accordeonists such as Gus Viseur, Tony Mureno or Jo Privat.
    Additionally he worked as sidemen with well known singers of Chanson- and popular music such as Jean Tranchant, Charles Trenet and Edith Piaf.
    Also Django Reinhardt (at first under the name ‘Jungo Renard’) began his carreer about 1923 in the "Bals musettes" as accompaning Banjo-player with the famous Musette-Accordeonist Guérino Varese. Later on he changed into different Bals-Musette-Formations and made his first recording-sessions in July and Oktober 1924 with the Accordeonist Jean Vaissade.[…]

    The Jazz as a new influence


    […]After the american Recordingindustry in 1932 reached their first lowest peak (until 1933 most of the companies except Victor, Decca and Columbia had to close up), Europe was found as a new market. dixieland_jazzbandMany important Jazzrecord were produced directly for the european market, especially the one in Great-Brittain.
    Due to many racial problems additionally many american Jazzmusicians (a lot of them were coloured) came to Europe where these problems weren´t that essentially dangerous. The european audience was giving them a warm welcome.
    „Many of the european intellectuals developed the magic of the exotic, primitive and thus refreshing modern arts.“

    In 1933 Duke Ellington played in Europe, as in the years before Louis Armstrong. Other artits such as Coleman Hawkins, Benny Goodman and others followed.

    „The great european audience always whorshipped the american Jazzbands, which were mainly coloured musicians. Starting with the Hell Fighters, a military band conducted by Jim Europe that played in serveral french metropols in 1918 which left real enthusiastic audiences behind, on to the orchestras of Will Marion Cook, Noble Sissle and Sam Wooding, apart from some "white" bands like the "Original Dixieland Jazz Band" and the "Mound City Blue Blowers".

    The audience was giving frenetic applause to the Revues of coloured musicians and dancers from America, as for example the ‘Revue Nègre’ with Josephine Baker, the "Claude Hopkins-Orchestra" and Sidney Bechet, who first played in 1925 in the "Théâtre de Champs Élysée" giving their debut...“

    The Jazz, that swapped over by records and radiostations that played the "new sound", the music of guitarrist Enter Salvatore Massaro, better known as Eddie Lang (1892-1933), who in 1926 used to play with his schoolbuddy and violonist Joe Venuti making many records, establishing the guitar as a solo-instrument as one of the first in Jazz.
    In these duetts in the beginning they played Mazurkas (3/4-beat) and Polkas (2/4-beats), which they just for fun, interpreted as 4/4-beat songs. It followed the first improvisations: Joe Venuti began  with a line of improvisations and Eddie Lang played variations above it.
    In his carreer Lang played with uncountable orchestras, e.g. the ones of Bix Beiderbecke, Paul Whiteman with Bing Crosby, as on many studio-sessions for different singers like Al Jolson or Bluessinger Bessie Smith. Especially interesting are the recordings with certain duos he made like for example with Carl Kress and Dick McDonough.[…]

    Django Reinhardt and the QdHCDF


    […]
    Jean-Baptiste ‘Django’ Reinhardt born into a gypsyfamily on 23. January 1910 in Liverchies (Belgium), was living his first years travelling by caravan. Together with his mother called ‘Négros’, and his younger brother Joseph, called ‘Nin-Nin’ he was travelling thru France, Italy and Algerie, until his family settled with their caravans around 1918 in the subburbs of Paris/France. At the age of 12 years he got a guitar-banjo. He was developing his arts very quick and at the age of 12 he was alreay virtuos on that. django reinhardt 12years
    Very often he used to play with the humpbacked guitarplayer Lagadière until early morning in some Cafés. One year later he met Accordeonist Guérino and got invited to play the Bals musettes of Paris. Between July and October 1924 he made the first recoringsessions with  Jean Vissade (Akkordeon) as nemad ‘Jiango Renard’ for Ideal-label. Besides his working as musician Django Reinhardt play regularely at "after-hours-sessions’ - he loved american music.
    He soon changes over to guitar at the age of 16. On November 2nd 1928 he suffers from a heavy accident: he survives an burning inferno in his caravn, heavily burnt at the whole body, especially the left hand. After recovering for about 18 months he got recreated a bit, but leaving behind an disability at his hand: the tendons of his pinky and ringfinger stay shortened as almost stiff and crippled (see also Django - the Guitar-Maestro).

    Due to this disablity Django Reinhardt developed his own unique guitartechnique that made it to play almost without his injured fingers. Around that time in 1929 his first son Henri Baumgartner was born. In the beginning of the 1930ies Django Reinhardt works as a streetmusician not beeing interested in the bals musettes anymore, thus more beeing influenced by the new sound of Jazz.
    Because of that he gets invited by Jazz-enthusiastic Pianist Stephen Mougin. Alsways travelling thru south-France, he meets Émile Savitry in 1931 in Toulon, introducing the music of Duke Ellingtons, Louis Armstrongs and Eddie Lang/Joe Venuti as well as becoming his mentor.
    Besides beeing influenced by Savitry, Django Reinhardt starts his first steps as Jazzmusician with doublebass player Louis Vola, who already played in Toulon and Cannes as a bandleader and with his band he playes his first debut in Paris in December 1932.

    In the following years Django plays a lot with musicians of the parisian musicscene such as Jean Sablon, André Ekyan or Stéphane Grapelli, thus finding many admirers to his art. Savitry is organising a concert in 1934 for the "Hot Club de France" which was founded in 1922, thus helping Django making his breakthrough:
    „One can say that Django was the great development of this evening. He is a very remarkable musician that his style of playing os absolutely unique.... not comparable to anyone else... now we have a great new improvisor in Paris... above all that Reinhardt is a fascinating boy that seems to put the same Phantasies into his life as into his Solos...“

    By meeting Stéphane Grapelli the idea of a string-quartett is born, that finally started in December 1934 with the following setup: Django Reinhardt (Solo-Guitar), Stéphane Grapelli (Violin), Roger Chaput (Rhythmguitar), Joseph Reinhardt(Rhythmguitar) and at first Emmanuel Soudieux, later on Louis Vola (Doublebass) founded as the Quintett du Hot Club de France and debuting in "École Normale de Musique" in Paris.
    HCDF 1938
    The first years of the Quartett were very exciting. Besides the regular recordings starting in 1935 Django Reinhardt was developed from more and more people and vast audiences listening to his virtuosity.
    Additionally he had the chance to meet all the great american Jazzmusicians.
    So he played in Jam-Sessions with Louis Armstrong, Eddie South, as Coleman Hawkins and Benny Carter in Paris, with whom he also did recordings in 1937. In 1939 he also shortly met Duke Ellington. From 1936 they began touring all over Europe hitting Spain, Netherlands, Belgium, Scandinavia and England. When the war broke out in 1939 they separated, as Stéphane Grapelli stayed in England until 1947, while the rest of the musicians went back to Paris to be with their families.

    In the waryears Django Reinhardt found a new companion with the clarinettist Hubert Roasting, thus finding back to new triumph with the new Quintette travelling thru the french province.
    Additionally Django became Number one within the musicians of Paris, beeing invited to play all possible occasions and recordings.
    Another important event of these years was the composing of a sophisticated Sinfonia with the title ‘Manoir de mes Rêves’ (as the well known song-classic from Django Reinhardt), to which Jean Cocteau, one of the boiggest admirers of Django, had written a poetical text. But this Sinfonia, which had numerous people including Django made sleepless nights, was never performed live as it was harmonically very challenging and thus very heavy to play - so it just vanished in the end.“
    Asides that the marriage with his girlfriend "Naguine" and just little later, in 1944, the birth of his second son Babik soon followed. (see Django - private Life).

    Yet another event form him was the opening of his own nightclub ‘La Roulotte’ in the Rue Pigalle, later recalled into ‘Chez Django Reinhardt’ and of which he was the owner for a while. After the freeing of Paris by the allied troups  at the 24./25. August 1944 Django performed together with Fred Astaire and plays with some solists of the "Glenn Miller Orchestra" (Glenn Miller already was dead at that time).[…]

    […]In November 1946 Django Reinhardt was invited by the Duke Ellington Orchestra for a tour in the USA, which should become a bad experience for the guitarrist, as he had to play on electrical guitars for the first time and didnt work out well with the instrument. The result was that he became mashed by the critics.
    But much more again he heared a new sound in the USA that was about to raise named ‘BeBop’. Inspired nevertheless by this new experiences in the USA back in France he starts to play his own Maccaferri-guitar with Pickups and amplifiers. Still desillusioned he withdraws from music more and mor ein the following years and focuses on painting (see Django - the Painter).

    Again there were Tours beeing made thruought Europe as well as serveral recordings again with the Quintett and also a reunion with Stéphane Grapelli.
    Django Reinhardt now tries more and more to get deeper into the new style of BeBop, since after 1947-49 he had withdrawed from music. In February 1951 there is  aperformance in the Parisian Club "Saint-Germain" with the newly inspried Generation of french musicians such as the brothers Hubert and Raymond Fol, Maurice Vander, Pierre Michelot, Bernard Hulin and Roger Guérin.
    Django Reinhardt stayed in this Club for 5 months also recording some tunes there at Live-performances. Introduced by the brothers Fol he gets to know the music of Charlie Parker and Dizzy Gillespies. Pierre Michelot said about the last recordings that Django Reinhardt made in march 1953 for Blue Star-records: „I wa completely astonished that he played his old tunes like ‘Nuages’, maybe the producers suggested that. But he played these recordings completely different than in older versions. To me this was the best Version of ‘Nuages’ that he ever recorded. All the time he was quoting Parker and Dizzy. In certain parts and at fast tempos he played "broken phrases" in a kind of way that only Bebop-Players ever did. That happened already in 1951 on some recordings. But this record for Blue Star... wouldnt he have died little later on, this phase would have ment a complete change of life and another comeback for him...“

    Again at home, in Samois, on May 15th 1953, Django goes fishing at first, after taking a coffee with friends, but by the time he got home he get hit by a stroke. All the help in the hospital is too late. He dies the day atfer on may 15th at the age of only 43 years (see also Django - private Life). His heritage is a vast unimaginable lot of recordings (approx. 600) as well as a huge amount of original compositions.

    Now here should be explained his merits of the development of the Jazz-Guitarplaying, as mentioned by Jürgen Schwab in his essay ‘Die Jazzgitarre und ihre spezifischen Ausdrucksmittel bei Django Reinhardt’ has been compiled:
    „He was leading the first Jazzensemble, where guitar has become an emacipated and even dominating instrument as far as building soloing and melodic attitude. His sharpened dynamic and lively articulation he reaches by artistic sophistication on his acousticguitar, in such way that is comparable to brass-sections.

    His improvisational abilities and virtuosity upstages everything that which was to expect from any Jazzguitarrist until then and still is reached by only very few.
    Reinhardt is not only on time of his era, he has become beyond that in his lifetime. Some arpeggios and chromatic cycles later on were played by Charlie Parker and Charlie Christian playing a big role, even the very often used  ‘approach-note’ figures are recalled in Bebop later on. The building of long phrases, preferably in eights-notes, is another fururistic feature ofdjango4 Django Reinhardts style and also is to be found in Charly Christian´s playing as well as in Bebop.

    Many new playing techniques were beeing developed and entered into the jazzguitar-playing vokabulary by Reinhardt: Octave-doublelayers, ‘false-fingering’-Effects with Unisono on neighboured strings, chord- and single-tremolos, ‘sweep-picking’ for fastest arpeggios, artificial Flageoletts, using of empty strings as a "Pedal" with changing played notes.
    He very much liked ‘off-beat’-accents and complex accent-overlays with octave- or sixt-chords or the play on just one string. These elements are to find with Country- and Rockguitarrists later on.“

    Another interesting progress in the sound of JazzManouche after the death of Django Reinhardts interestingly is to find amongst Sintis in western europe.
    Except some few players like for example in England Ivor Mairants, Diz Disley and Ike Isaacs, this music has become some kind of new "gypsy owned folklore" thus mentioned as a new Gypsyfolklore.
    Michel-Claude Jalard writes in his essay ‘Django et l’école tsigane du Jazz’: „L’univers musical de Django est pour eux, un langage commun parce qu’en plus de son art, et à travers lui, ils retrouvent tout un lyrisme instrumental qui renvoie à leur sensibilité
    propre. Ce ‘supplément ethnique’, si l’on peut dire, fait que Django est non seulement le maître d’une conception de la guitare - au même titre que Charlie Christian en somme - mais vraiment le chef d’une école tsigane de jazz.“
    Django Reinhardt today has, due to his ethnic belonging of Gypsies, become to a new school, the Sintiswing, Gypsyjazz or JazzManouche. […]

    France / Germany - Jazz-Manouche


    […]
    08 Dorado Schmitt and Angelo DeBarreIn contrary to Germany, where the violin has a long tradition in JazzManouche, in France there was no formation or band with a well known violinist (except QHDF). The Manouche-musicians in France are very much guitar-oriented, thus strongly related to the musical tradition of Django Reinhardt, as of modern Jazzplayers.

    Typical features of the Repertoires of german Sintis, especially of the eastern european Folklore, are not to be found in France.[…]

    […]
    Again in contrary to Germany, there is a strong conciousness amongst french Manouche-musicians about their own culture. Even many recordings state that today mostly it will be played in Django-Reinhardt-Tradition, there is a stronger development in Jazz paralell to contemporary Jazzmusicians, in France as against other european countries. In France the playing of the old tradition style is more or less coloured up by contemporary manipulation of modern Jazz-streams.

    The Django-Reinhardt-Repertoire and his compositions are played with a modern kind of approach, prooved by recordings of Christiam Escoudés (‘Gipsy Walz’, ‘Christian Escoudé With Strings Plays Django Reinhardt’) or Bireli Lagrenes (‘My Favorite Django’). So there is no more pure traditional JazzManouche in the style, but the more Jazzmusic which beeing played by Sintis and Manouches, which has developed from the style of the traditional structure of QdHCDF in connection to development of other Jazz-styles. […]

    Austria/Netherlands/Belgium (Summary)


    […]zigeuner
    Despite just a few important Gypsy-musicians out of these countries it is difficult to make any statements of the developing of this style im summary.

    It is to be menioned nevertheless that there is a big amount of  Manouches/Sintis that have settled there, which are still closely oriented to the traditional style of Django Reinhardts.

    Stochelo Rosenberg, as also Fapy Lafertin come from families with a long musical tradition, beeing transmitted for ages from generation to generation.

    One could imagine that the traditional streams are dominant in these circles keeping up on Django Reinhardts heritage.
    […]



    Music historical summary

    […] It is layed and prooved detailed that the term "Zigeunerjazz" (Gypsyjazz) is historically bound to one person. When the QdHCDF was founded by Django Reinhardt in 1934, a musical progress began that lasts until today.

    Django Reinhardt over the years developed his own unique style, on basis of his experiences from Zigeunerfolklore and the Bals Musettes, in connection to the Jazz music of the 1930ies and 40ies, thus beeing borrowed by Gypsymusicians mainly out of ethnic reasons. By that a new kind of musical tradition of Zigeuner-Music was developed.

    In France, a country where after the end of war activities of Gypsy-/ Manouche-musicians were still possible, a new development in paralell to contemporary Jazz is to recognize.

    Even by raising in the tradition of Django-Reinhardts music the maintainance of the style is mainly done by the repertoires, which additionally gets updateted on todays music (e.g. Bireli Lagrene or Christian Escoudé). Another progress of this kind is to develop not only in France but also other countries. Thus finding updated new stylistic integrated into the traditional style.

    HCDF_1940
    Many young musicians try to adapt new structures of improvisation from new modern jazz into the traditional forms of bandsetup, made up from traditional rhythmgroup and their instruments (example:  Martin Weiss). Another third stream are the ones that keep up the original Idiom of "Zigeuner-Jazz" (Gypsyjazz).

    Especially in germany, but as well in Netherlands or Belgium, the gypsymusicians keep holding tight to the musical heritage of Django Reinhardt.
    This strongly shows the keeping of instruments and structure of the setups of the QdHCDF, as of their repertoires (also new adaptons will be integrated into the traditional Repertoire and Swing-Idiome) as of the way of interpretation and maintainance of Django Reinhardt´s playingstyle.

    The most important representants of this stream are Schnuckenack Reinhardt, The Rosenberg Trio, Titi Winterstein. One can speak of a new school within these musicians which was pointed out by  Michel-Claude Jalard as ‘l’école tsigane du Jazz’ or the "new school of Zigeuner-Jazz".

    That means: Zigeuner-Jazz is the traditional sacrificing and conserving of Django Reinhardts heritage and the QdHCDF.[…]

    Style of improvisation of Zigeunerjazz


    […]
    After showing all aspects of the stylisitc analysis of Django Reinhardts, it is to be pointed out how the stylisitc elements get integrated into the playing in general. His personal influence on the playing of todays Gypsyjazz-guitarrist cannot be neglected (especially with Gypsymusicians), thus resulting from the sociological combinations of the Gypsies: "the maintainance of Traditions is higly practised amongst the Sinti & Roma". am_arpeggio
    Their great musicality explains also the old tradition of the profsession as musicians for centuries that is beeing transmitted only orally for generations.

    The living musical tradition in everydays life, where the Gypsysies get in touch with music completely natural by beeing surrounded by music from young age in contact with instruments and the playing fahter, uncle or relatives are the cornerstone for the brilliant technical ability and potential that is beeing forewarded by all the families."

    The musical heritage is donated to the next generations (see book "Gypsyjazz Guitar"). That means for the style of JazzManouche that the young guitarrists learn from the family and grow into the style naturally. The oersonal style of Django Reinhardt is reflecting the musical roots of these people, thus beeing trsnamitted traditionally. A very good example for that Stochelo Rosenberg (The Rosenberg Trio), who in his early recordings copied Django Reinhardts chorus Note by Note.[…]

    Summary


    […]After showing many analytical aspects now here is to show a summary stylistic analysis of improvisation of todays Gypsyjazz-guitarrists. From anylizing choruses of many players there is a lot of stley-building elements to be mentioned:

    • Rhythmical aspects: a linear playing strutured by long eights-notes and eights-note-chains
    • the using of polyrhythmical and syncoped Figures.
    • Melodybuilding: mainly by arpeggios, but as well of harmonic-Minor-, and Major-scales, as of the use of the chromatic scale or of ‘chromatic-approach’-Figures.
    • Harmonic Struktures: very chord-intensive play. Harmnies get confirmed by playing focussed notes of chord tones. Nevertheless also chordal anticipations, sequences with disminished chords, as of the reintrpretation of the dominant to a unfinished dominant-Seventh-Nine-chord.
    • The use of ‘approach’-Figures of all kinds, thus resulting chromatic cycles between the base note and flat-seven b7, as of 6, up- and downwards. Chord insertions as chordal melodies, strongly oriented on the base harmony.
    • Techniques and Effects: Using of Octaves as Effect and as melodic Element; Tremolos in connection of chord insertions; the ‘Sweep picking’, useing mainly downstroked playing; playing in diagonals.. A very virtuos oriented playing.
    • Articulation: hard downstrokes, Staccato, Vibrato, Halfnote-bendings, semiquaver-approaches, ornamenting by thrillers as eight-notes or eight-triplets, or as fast thriller inside eightnote-chains. […]

    […]
    Based on the stylistic analysis of Django Reinhardt and today's Zigeuner-Jazz-guitarista you can easily see that the Improvisations-Structures are deignated to a sort of 'school' based on Django Reinhardt as mentioned such in various essays.

    In the end these characteristics will show the "style-building" elements of the Zigeuner-Jazz. There are those who remained primarily into the Django-Rheinhardt-School and thus define the style (see book "Gypsyjazz Guitar").

    This indicates that there is a separation between what was used in the further developement and what remained exclusively in the style and thus allows a definition. It is in any case reflected that Zigeuner-Jazz is a style in the tradition of Django Reinhardt which is completed, that can be treated as musical complex, as alone it is defined by the person of Django Reinhardt.[…]

    (Source: Dissertation - "Die Gitarre im Zigeuner-Jazz" von Ernst Wilhelm Holl)

    Epilogue


    These are the extracts of the dissertation by Ernst Wilhelm Holl.

    It is to mention that many of the made statements where fundamentally researched. Of course by the huge complexity of the topic there are formal errors and mistakes to be found in this work, especially when talking about the role of Django Reinhardt and his influence on Jazzmusic in general. Regrettably this had become a bit too short in this essay for it´s true importance, as i would suggest.

    Critically it is to mention that the heavy use of the words "Negro" and Zigeuner" are way beyond political correctness and has to be thus pointed out very critically. The use of the words "Sinti-Jazz", "Jazz-Manouche" and / or "Sinti" would have led to a more distinctive view on the already pretty blurred image of Sinti-Musicians in our societies.

    Nevertheless, read with enough sensitivity, there is much interesting information inside this dissertation to be found and learned, which maybe helps one or the other to a better understandingof this wonderful music and their musicians. At least this is the reason why we released this text on our webpage in original form in extracts.

    Epilogue: Bertino Rodmann

     



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