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CD-Review: Gismo Graf Trio "10 years - a trios decade"

ggt 10yearsatriosdecadeWie die Zeit vergeht denken wir uns ja manches mal - und so auch hier.

10 Jahre gibt es also das „Gismo Graf Trio“ nun schon und fast genauso lang (oder sollte man lieber sagen kurz?) hat es nur gedauert bis Gismo Graf mit gerade mal 28 Jahren ganz oben in der Top-Liga angekommen ist.
Mittlerweile spielt Gismo mit allen Grossen des Geschäftes und muss sich dabei hinter keinem derer verstecken: Stochelo Rosenberg, Angelo DeBarre, Brady Winterstein, Ludovic Beyer. Und Gismo gehört dorthin.

10 Jahre und 5 CDs später steht nun also ein gereifter junger Mann vor einem der seinen eigenen Stil nun nicht mehr wirklich sucht sondern, man kann sagen (fast) schon gefunden hat. Doch dazu später mehr…

Das Trio um den jungen Stuttgarter Sinto Gismo Graf besteht seit Anbeginn unverändert aus seinem Vater Joschi Graf an der Rhytmusgitarre und dem Ausnahmebassisten Joel Locher am Kontrabass. Ergänzt wird das Trio dabei wie auch bei manchen Live-Auftritten auch auf dieser CD (wie schon auf „Modus Vivendi“ von 2014) bei 3 Titeln durch Gismo´s zauberhafte Schwester Cheyenne am Gesang.

Die neue CD „A Trio´s Dekade“, aufgenommen im Dezember 2019 und erschienen im Februar 2020, enthält diesmal eine bunte Mischung aus 3 Eigenkompositionen von Gismo („Skizzo“, „Fantasie Impromptu“ und Stockholm Weekend Waltz“), einigen Jazzstandards wie „My funny Valentine“, „You Pascal you“ oder „A foggy day in London town“, einem Stück von Django Reinhardt („Mabel“) und 2 eigener Interpretationen von Michael Jacksons „Liberian Girl“ und Gino Paroli´s Tune „Senza Fine“.

ggt 2020Alles in allem wird also diesmal ein sehr breites Spektrum, ein breiter Querschnitt von Musik angeboten, alles in der gewohnt professionellen Darbietung des Spitzentrios.

Das Überraschendste (für mich) ist dabei nicht wirklich Gismo´s Perfektion die er (natürlich) über die Jahre immer mehr ausgebaut hat. Überrascht hat mich persönlich ein wenig sein Ausflug in neue Gefilde.

Gismo Graf hat nun mehr als 10 Jahre an der Perfektionierung seines „Django“-Stils gefeilt und dabei eine sehr eigene Handschrift entwickelt die er in gewohnt stilsicheren Läufen und eigenständiger Sprache auch auf dieser CD in den Songs virtuos darbietet.

Nun ist er dabei und erkundet für sich neue musikalische Wege, nämlich auf der elektrischen Jazz-Gitarre, die er mit genau so grosser Perfektion erkundet. Und darüber hinaus singt er nun auch, z.B. auf „A foggy day in London town“!
Sein virtuoses Spiel erinnert dabei an manchen Stellen an die grossen Vorbilder wie George Benson oder Joe Pass, einen Wes Montgomery oder Pat Metheny ohne dabei je wie eine Kopie zu wirken.

Und man muss sagen diese neuen Wege stehen ihm äusserst gut!

Die besten Zeugen der neuen Wege auf der CD sind die eigene Interpretation von Michael Jackson´s „Liberian Girl“ und „You sent me flying“ (auf welchem seine Schwester Cheyenne singt) und die fast schon Bossa/funky-mässig daher kommen.
Aber gerade hier zeigt das Trio seine wahre Grösse: die reduzierte Spielweise eines Trios, dabei Joschi Graf´s uhrwerkmässig straighten Rhythmus und Joel Lochers top-präzises Timing ermöglichen Gismo seine improvisatorisch Gitarristischen Höhenflüge auf absolut felsenfester solider Basis zu vollführen. Und wie er das tut!

Der sanfte Gesang von Gismo´s Schwester Cheyenne setzt dem Trio dabei an verschiedenen Stellen dann noch ein kleines Sahnehäubchen auf - „You sent me flying“ - ein Synonym an dieser Stelle.

Insgesamt ein sehr schönes CD-Statement zum 10-jährigen Jubiläum der Band zu welchem wir gern gratulieren. Virtuosität, Musikalität, Spielfreude, grosses technisches Können, Gefühl - alles ist hier vereint.

Gismo Graf - solo guitar
Joschi Graf - rhythm guitar
Joel Locher - double bass
Special Guest: Cheyenne Graf - vocals

Unser CD-Tipp des Monats! ****



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