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CD-Review: Mogeli Geisler "Gypsy Summit"

mogeli geisler gypsy summitMit „Gypsy Summit“ legt der Sinti-Gitarrist Mogeli Geisler, ein in der GJ-Szene kein ganz unbekannter sondern im Gegenteil bereits sehr respektierter Gitarrist, sein erstes Debut-Album vor.

Und man muss ihm dafür wirklich gratulieren, denn er legt die Messlatte gleich hoch an und hat sich mit Marcel Loeffler (Accordeon), Wauwau Adler (Git.), Benji Winterstein und Tschabo Franzen sowie Manusch Weiss (Rythm Git), Hugo Richter (Piano), Smeily Adler (Git.), seinem Cousin Kussi Weiss (Git.), sowie seinem Sohn Justin Geisler (Git.), gleich einige sehr hochkarätige Gäste mit ins Studio geholt. Am Kontrabass begleitet das gesamte Album sehr ruhig und solide Christoph Bormann.

Die Auswahl der insgesamt 14 Titel auf „Gypsy Summit“ ist eine bunte und ausgewogene Mischung von bekannten Jazzklassikern wie etwa „Blue Moon“, „I remember April“, „Have you Met Miss Jones?“, „Night and Day“, „My melancholy Baby“ oder „The man i love“.
Dazu ein noch paar weitere Songs anderer Komponisten wie Samson Schmitt („Gypsy Swing“), Henri Salvador („Syracuse“) oder „For my Mandy“ (von seinem Cousin Kussi Weiss), einem Song von Django Reinhardt („Tears“) und aber leider nur einer einzigen Eigenkomposition von Mogeli Geisler selbst „Mari Suni“.

Dennoch, das Album ist genau das was ein Fan dieser Musik erwarten würde: ein rundes Meeting ("Gypsy Summit") von einigen der aktuell besten Musiker dieses Genres.

Frisch und powervoll dargebotene Jazztunes mit virtuoser Improvisationkunst, Spielfreude und Witz - all das was man vom Begriff „Gypsyjazz“ genau so erwarten würde. Und wie.
Es macht wirklich Spaß das Album zu hören, durch die angenehme Mischung an schnellen Titeln und langsamen Balladen. Überhaupt die Balladen.

Hierbei spielt Mogeli Geisler sein ganzes Können aus und beweist was für ein grossartiger Musiker er ist.
Er beweist da mit Leichtigkeit, dass er nicht nur ein sehr guter Techniker ist sondern zeigt eindrucksvoll was die richtige Technik mit viel Gefühl eingesetzt bewirkt: ein rundum wohliges Gefühl mit Schauern sind garantiert, so z.B. bei seiner Eigenkomposition „Mari suni“. Für mich definitiv eines der Highlights der CD.

Aber nicht nur in langsamen Balladen sondern auch in den schnellen Titeln („Blue Moon“, „Nicht & day“ oder „The best things in life are free“) überzeugt und swingt Mogeli was die Gitarre hergibt.
Man zitiert am Anfang den Walzer „Chez Jaquet“ von Django Reinhardt um dann mit „Night & day“ loszuswingen was das Zeugs hält - schöne Idee und mal was anderes.

Benji Winterstein (und Tschabo Franzen als weiterer Gast-Musiker auf einigen Titeln) swingen dabei im Hintergrund gnadenlos wie Uhrwerke ihren Rhythmus.
DAS nennt man wirklich Swing!!!
Präzise, klar und dennoch unaufgeregt wie druckvoll unterstreichen sie bei den Aufnahmen warum sie beide heute zu den besten Rhythmusgitarristen dieses Genres gehören.

Auf „Gypsy Swing“ zeigt auch Mogeli´s Sohn Justin (gepaart mit dem Feuer der Jugend) welch guter Lehrer sein Vater ihm bisher schon war - auch er schickt sich an eines Tages in die Fusstapfen seines Vaters treten zu können.
Auf „My melancholy Baby“ spielen Mogeli Geisler und Wauwau Adler miteinander um die Wette was das Zeugs hält und werfen sich gekonnt die musikalischen Spielbälle zu.

Die Idee aus einer Ballade wie „Tears“ von Django Reinhardt eine Uptempo-Nummer zu machen überrascht etwas, aber vor allem Mogeli´s schönes Intro zeigt dabei welche musikalische Klasse er inne hat, hier mit kleinen Reminisenzen und Zitaten aus der Klassik.

mogeligeisler cd4Einzig der Pianosound insgesamt (z.B. bei „Wonderful You“) hätte auch von einem richtigen Piano stammen dürfen, denn leider hört man es sehr deutlich heraus dass der Klang von einem Synthesizer kommt und nicht von einem „richtigen Piano“.

Das tut zwar der musikalischen Qualität des Top-Pianisten Hugo Richter keinen wirklichen Abbruch, aber an manchen Stellen hört man schon daß dadurch sein Spiel leider doch ein etwas anderes ist als auf echten Tasten aus Ebenholz.

Trotz diesem (klein(st)en) Wermutstropfen der CD als solches überzeugt der Gesamtsound und auch bei diesem Song zeigt Mogeli Geisler seine Qualitäten als hervorragender Gitarrist, diesmal sogar auf einer elektrisch verstärkten Jonny Smith GIBSON und er klingt dabei so autenthisch und überzeugend wie die grossen Vorbilder Wes Montgomery, George Benson oder Joe Pass. Klasse!

Über all dem schwebt wie ein zusammenhaltendes Band bei vielen Titeln das wunderbar virtuose Akkordeon-Spiel von Marcel Loeffler. Und wenn man ihm zuhört und weiss daß er als blinder Musiker sein Akkordeon sogar besser bedient als mancher Sehende, so kann einen das schon manchmal sprachlos zurück lassen und macht einfach nur Spaß beim hören.

Insgesamt ist „Gypsy Summit“ ein tolles, rundes neues Debut-Album mit einem guten Mix aus Power und Spielfreude, Nachdenklichkeit und Ruhe oder manchmal einfach total relaxtem „Musik spielen“. Genau das richtige für eingefleischte Fans dieser Musik. Daumen hoch!

Unser Tipp des Monats *****

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